Montag, Dezember 27, 2004

Naturkatastrophe in Asien

Leider gab es, wie im letzten Jahr an Weihnachten, wieder eine Naturkatastrophe die viele tausende Todesopfer vordert. Letztes Jahr starben bei einem Erdbeben im Iran mehr als 20000 Menschen und auch diesmal werden es nach neusten Schätzung mehr als 100000 Opfer und viele tausende Verletzte zu beklagen sein. Meist ist es ja bei solchen Katastrophen die relativ weit weg von einem selber stattfinden, dass man zwar geschockt ist aber einem der Bezug fehlt. Für Lolla und mich ist es diesmal anders, da wir auf einer der am schwersten betroffenen Inseln von Thailand (Koh Phi Phi) noch vor wenigen Monaten waren und daher mit fühlen können wie schrecklich es sein muss dort von einer Riesenwelle überrascht zu werden. Ich habe diesem Post noch ein paar Bilder beigefügt mit Hilfe deren man sich die Situation vor Auge führen kann. Lolla hatte als wir dort waren schon bedenken geäußert wie schlimm es wäre würde es ein Erdbeben geben und man ist auf solch einer kleinen Insel "gefangen". Leider hat sich solch ein Szenario jetzt verwirklicht....


Koh Phi Phi September 2004

Koh Phi Phi Dezember 2004

Pier September 2004


Pier Dezember 2004

Donnerstag, Dezember 23, 2004

Mehr Propaganda

In diesem Artikel gibt es wieder ein paar Zahlen, die dem geneigten Investor das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Z.B. dass die Region Shanghai ein GDP wie das von Brasilien hat...

(Achtung: Die Zahlen stammen aus dem offiziellen staatlichen Meinungsorgan!)

New signature ipod´s



Mehr lustige Ideen für neue signature ipod´s gibt es hier.
Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Domi

Mittwoch, Dezember 22, 2004

China Update: Maglev & Massage

Am vergangenen Wochenende ging´s mal nach Shanghai. Alles, was man sich über die Stadt vorstellt, ist richtig, viele viele Menschen, laut, Kapitalismus pur, auch Armut, aber nicht das China, was ich von Nanjing aus kenne. Sehr viele Westler, viele Menschen können Englisch, die Räder sind nicht alt und schwarz, sondern bunt, neu, Mountain Bikes, Statussymbole - nicht mehr aus der Armut geborenes Hauptfortbewegungsmittel.

Am besten gefallen hat mir die Fahrt mit dem Transrapid und es ist kurz gesagt ein Jammer, dass wir (auch das) in Deutschland nicht hinbekommen haben. Ich nerve mich schon langsam selber mit dem ganzen Genöle über unsere Heimat und ich weiß auch ihre Vorzüge zu schätzen. Aber wir machen zur Zeit nicht so viel daraus. Auch wenn vielleicht der Transrapdid (heißt hier "Maglev", 5 Euro pro Fahrt, Höchstgeschwindigkeit 430 km/h) nicht ganz wirtschaftlich ist, so dient er doch als Magnet für eine positive Einstellung zu dem Volk oder der Stadt, die ihn zur Verfügung stellt. Und an Schnelligkeit und Ruhe ist er nicht zu überbieten.

Heute gab´s dann meine erste Ganzkörpermassage, Kosten: 38 Euro für eine Zehnerkarte. Ein sehr erholsames Gefühl und es wurde zuverlässig immer dort hingegriffen, wo es wehtat. Erstaunlich, aber ist ja deren Job. Ich hätte mal öfters dorthin gehen sollen, werde die nächste Zeit aber noch für weitere Besuche nutzen (habe wie gesagt eine Zehnerkarte).

Jamba und die Blogspähre

In den letzten drei Tagen konnte man in der Blogsphäre beobachten was für Einfluss Blogs -als meinungsbildendes Medium- auf die Unternehmenskommunikation haben - und wie gefährlich das für Unternehmen werden kann, wenn sie damit nicht umgehen können.

Am Sonntag erschien bei Spreeblick ein lesenswerter Beitrag zu den Geschäftspraktiken beim derzeit erfolgreichsten Taschengeldabzocker Jamba. Nicht einmal 3 Tage später war der Artikel unbestritten Thema Nummer 1 in der deutschen Blogsphäre. Und Jamba sieht dabei gar nicht gut aus!

Zeit für das Unternehmen zu reagieren, denkt man sich bei Jamba. Warum aber eine offizielle Stellungnahme abgeben? Jamba Mitarbeiter stürzen sich Undercover auf die Blogs und posten Kommentare wie:

Wer zu blöd ist, sich AGBs durchzulesen und das gesprochene Wort MONATS ABO nicht versteht, ist es selber schuld und sollte eigentlich auch gar kein Handy haben dürfen.

oder:
Meinem Sohn ist das letztens auch passiert mit den Klingeltönen. Und schwupps hatte er ein Monatspaket. Tja, das haben wir gekündigt und damit ist die Sache erledigt. Er muss seine eigenen Erfahrungen machen um im Leben weiterzukommen; er hat draus gelernt und fragt mich jetzt immer bevor er bestellt ob er darf.


Lieder wussten die Jamba-Mitarbeiter nicht, dass bei jedem Kommentar immer die IP-Adresse mit gesendet wird. Alle Kommentare die von Jamba-Mitarbeitern gepostet worden sind konnte man im Nachhinein leicht als solche identifizieren

Was die Story für Unternehmen sehr schön gezeigt hat, ist dass Weblogs ein immer wichtigeren Faktor bei PR, Propaganda und Gegenproganda darstellen.

Die Marketing- und PR-Strategien vieler Unternehmen basieren immer noch auf der Annahme einer gewissen Wehrlosigkeit der Konsumenten. Sie gehen davon aus, dass jede - auch noch so hirnrissige - PR-Maßnahme und haltlose Behauptung letztendlich "wirkt", weil es keine Kommunikation "dagegen" gibt. Die Konsumenten erfahren deshalb nur die Ansichten und Behauptungen des Unternehmens. Gegner haben selten das Geld und die kommunikative Macht, ihren Ansichten Gehör zu verschaffen.
Von dieser bequemen Situation werden sich das Marketing langsam verabschieden müssen.

Blogs stellten ein sehr kostengünstiges und nahezu jedem zugängliches Medium dar. Se ermöglichen jeden seine Ansichten (und Fakten dazu) zu veröffentlichen. Blogs sind zwar zunächst nicht so sichtbar, wie eine groß angelegte Werbekampagne. Stattdessen können sie sich aber über den Schneeball-Effekt rasend schnell multiplizieren und so eine hohe "dezentrale Sichtbarkeit" bekommen. Zudem haben Welogs sie eine hohe Glaubwürdigkeit und Authentizität weil sie persönlicher sind.

Hier und hier noch einige lesenswerte Links zu dieser Geschichte

Freitag, Dezember 17, 2004

"Miss Plastic Surgery"

In China steht die Wahl zur "Miss Skalpell" an - vorläufiger Höhepunkt des neuen Wahns chinesischer Frauen, sich unter das Messer zu begeben, um mit neuem Augenaufschlag, prallerer Oberweite und Schmollippen einen besseren Job oder Mann zu finden. Hier der Bericht.

Deutsche Sprache schwere Sprache



Wer sagt hier noch, dass mein Deutsch verbesserungsbedürtig ist? ;)

Mittwoch, Dezember 15, 2004

Ja klar, hier gehts ab!

Ich weiß nicht genau, was der Diskontierungsfaktor für den China-Hype ist. Ich stelle nur fest, dass sich die Nachrichten hier (BugMeNot) und hier anders anhören und andere Gefühle bei mir auslösen, als beispielsweise hier und hier.

Montag, Dezember 13, 2004

Pixar



ANSCHAUEN

Gedenktag

Heute Morgen haben in Nanjing die Sirenen geheult im Gedenken an das Nanjing Massacre, welches 1937 am heutigen Tag begann.

Diese Bilder geben einen Eindruck der Grausamkeit der Täter: "Remember, as you browse these images, that the true horror lies beyond these pages."

Sonntag, Dezember 12, 2004

Hip Hop Blogs

In der letzten Zeit habe ich mich etwas auf Blogs konzentriert, die sich mit Hip Hop - der Musik und der Kultur - auseinandersetzen. Daran finde ich vor allem zwei Dinge interessant: Zum einen handelt es sich zu einem großen Teil um ´overeducated whiteboys´, welche diese Blog betreiben. Zum anderen sind sie Marketing-Kanal und Kritik-Plattform. Eine weitere wichtige Daseinsberechtigung für Blogs.

Im folgenden also die Seiten, die ich regelmäßig aufsuche:

510 to 514
We eat so many Shrimp (Einer meiner Favoriten - eine Kollaboration)
a/k/a GunYoga (Eine eklektische Mischung aus Hip Hop, Altem Testament allen übrigen Religionen. Kris Exo schreibt für XXL
Government Names Oft gute mp3s
Can I bring my Gat? (Schwerpunkt Produzenten)
Hip Hop Blogs (Eine weitere Kollaboration, kann was draus werden)

Update: This actually was the one that got me started: Pop Life.

Zur Zeit interessiert mich die Debatte über "deracination of hip hop", die nicht zuletzt durch Exos Kritik an "Purple Haze" von Cam´ron ausgelöst wurde und auf den verschiedenen Blogs diskutiert wird.

Freitag, Dezember 10, 2004

Joe Cartoon

Lust auf comics? Falls ja, dann schaut euch mal folgende Seite an. Ich bin schon seit langerem Fan von Je´s Cartoons´s und da die Seite gerade aktualisiert wurde habe ich gedacht, dass dies ein guter Zeitpunkt ist euch den Link dorthin zu schicken. Also schaut mal rein, aber nicht erschrecken ist manchmal ein wenig blutigl... Mein all time favorite ist übrigens stoneflies .

Donnerstag, Dezember 09, 2004

Deutsch-Iranische-Beziehungen

Hatte ich euch eigentlich von den guten Deutsch-Iranischen-Beziehungen erzählt?
Hier ein Beispiel:



Seit fast einem Jahr ist DaimlerChrysler exklusive Partner der iranischen Polizei.

Damit Thyssen-Krupp keinen ärger mit dem bösen Amerikanern bekommt will der Iran sogar freiwillig seinen Aufsichtsratsposten räumen.

Das ist wirklich ein nehmen und geben...

Mittwoch, Dezember 08, 2004

Ehrlich währt am längsten

Dass dem in China nicht unbedingt so ist, entnimmt man u.a. dieser Leseprobe aus dem Buch "Der wilde Osten" von Fons Tuinstra, einem in Shanghai lebenden Journalisten.

Sehr witzig und mit hohem Wiedererkennungswert ist auch die Passage über den Rad- und Autoverkehr in China. Man schaut ausschließlich geradeaus. Das habe ich auch gleich gemerkt, als ich mich hier in den Verkehrt gewagt habe.

Dienstag, Dezember 07, 2004

Denkender Baum

Via meiner Nanjing-Flickr-Gruppe bin ich auf diesen lokalen Blogger getroffen. Auch wenn ihr keine chinesischen Fonts auf dem Rechner installiert habt, ist es vielleicht interessant, zu sehen, dass auch oder gerade in dieser Sphäre vieles dem ähnelt, was wir kennen.

Montag, Dezember 06, 2004

"Blog' No. 1 word of the year

Wie Reuters berichtet ist Blog für den amerikanischen Wörterbuch Verlag Merriam-Webster das neue Wort des Jahres . Dazu hat vorallem der vergangenen US-Wahlkampf beigetragen, in dessen Zusammenhang viele Weblogs als Sprachrohr verwendet wurden. Mehr dazu unter folgendem Link.

Samstag, Dezember 04, 2004

Neue Blog-Funktion

Wenn ihr uns größere Files - pdf, MP3s, Bilder, etc. - schicken wollt, kann dafür der Link "Send Us A File" unter "Kontakt" genutzt werden.

Nanjing Bicycle

Dank des florierenden Handels mit raubkopierten DVDs finden auch verbotene Filme wie ´Beijing Bicycle´ Verbreitung. Eine gute Nachricht, wie in der faz nachzulesen ist.

Dank des harmlosen Inhalts meines eigenen Films - Nanjing Bicycle (30,4 MB) - besteht keine Gefahr der Indizierung. Anders gesagt: Ich habe mal den normalen Verkehrsbetrieb per Rad dokumentiert. Zu erleben ist der Flow und zu sehen die verschiedenen zweirädrigen Fortbewegungsmittel. Besonders hervorzuheben sind die kleinen Elektro-Räder, die hier sehr verbreitet sind und bestimmt ein Exportschlager nach Europa werden. Jedoch - wie ein Kommentator meinte - werden sie sich beispielsweise in Texas eher nicht durchsetzen.

Ich werde in Zukunft vielleicht mehr solche kleine Filmchen produzieren. Dank Digitalkamera und YouSendIt ist das kein Problem. Enjoy!

Freitag, Dezember 03, 2004

China Funny Facts

Manche Chinesen lassen sich einen Fingernagel lang wachsen, um zu zeigen, dass sie nicht körperlich arbeiten müssen. Gesehen habe ich das beispielsweise bei einem Mitarbeiter der Informatik-Fakultät.

Donnerstag, Dezember 02, 2004

Firefox in der FAZ

Die Open Source Gemeinde rüstet auf und schaltet jetzt sogar eine einseitige Anzeige in der FAZ. Näheres erfahrt ihr in folgendem Artikel. Übrigens Firefox ist wirklich ein sehr guter Browser und wer in noch nicht hat sollte ihn schnellstens downloaden.

Mein Bild, Dein Bild, Unser Bild!!!



Es ist kaum eine Woche her da habe ich dieses Bild auf die Seiten von Flickr hochgeladen. Gestern errichte mich eine Email von der New Hampshire Public Radio, mit der der Anfrage ob sie dieses Bild für eine digitale Bild-Collage zum Thema Alkoholismus verwenden dürfen. Natürlich habe ich zugestimmt!! Hier das Resultat und die Credits.



Habt ihr es entdeckt?
Das Bild habe ich übrigens mit meiner Nokia 7610 in Bar-1 (Heidelberg) aufgenommen. Wenn es mit der Job-Suche so erfolglos weiter gehen sollte, dann werde ich wohl als Fotograf eine neue Karriere aufbauen müssen…;) kleiner scherz!

Dienstag, November 30, 2004

Globalisierungs-Check

Diese Wintersaison haben so gut wie alle Frauen hohe Stiefel und enge Hosen an. Ich werde ein paar Bilddokumente liefern. Nur wollte ich mal wissen, ob das bei euch auch gerade so getragen wird oder ob sich in den Regionen noch unterschiedliche Trends entwickeln.

Montag, November 29, 2004

Total Blackout

Endlich! Ich dachte schon, ich würde es nie mehr erleben - aber endlich gab es jetzt einen Stromausfall, wenn auch nur für ca. 10 Minuten. Wieder was auf der China-To-do-Liste abgehakt...

Sonntag, November 28, 2004

Nomen est omen

Die einheimischen Anglistik-Studentinnen (sind auch hier zumeist weiblich) geben sich gerne englische Namen. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie sich mit Carolyne oder Cherry vorstellen. Das ist schon mal ganz witzig. Echt lachen musste ich aber, als Andi von einer Germanistik-Studentin gefragt wurde, ob ihr Name wirklich veraltet sei. Sie heißt Elfriede.

Meine Privatlehrerin heißt glücklicherweise ganz normal Xiaolin, aber wenigstens hat sie mir den Gefallen getan, hinter vorgehaltener Hand ausgiebig zu kichern, nachdem ich ihr versichert hatte, dass ihr Englisch natürlich um Längen besser sei, als mein Chinesisch.

Freitag, November 26, 2004

Ist Marx relevant?

Ist euch auch schon aufgefallen das hinter der Globalisierungsdebatte immer wieder auch Karl Marxs Thesen stößt? Solche Themen wie Wirtschaftsethik oder Mittelstandsförderung in Zeiten der Globalisierung sind eigentlich nichts anders als eine zeitgemäße Weiterführung der Marxschen Thesen. (extrem bsp. Heiner Geisler)

Nach der Marxistischen Theorie nimmt der Kapitalismus eine zwangsläufige Entwicklung: Im Kampf um die größten Gewinne werden schwache Unternehmen, die den Konkurrenzdruck nicht standhalten, vom Markt gedrängt, so dass sich das Kapital auf immer weniger und immer größere Unternehmen verteilt. Da die Kaufwünsche der Unternehmer und die Konsummöglichkeiten der Arbeiter hinter dem Güterangebot zurückbleiben, kommt es zu Absatzkrisen. Die Unternehmer versuchen zwar die immer häufiger auftretenden Wirtschaftskrisen abzumildern, indem sie Wirtschaftspolitik zu ihren Gunsten beeinflussen.

Kommt euch diese Theorie irgendwie bekannt vor? Spiegelt sich darin nicht in irgendeiner Weise die aktuelle Situation in Deutschland wieder? Inzwischen werden wieder ohne Scheuklappen in der Wissenschaft und Wirtschaft, Marxistische Themen offen diskutiert. Die Financial Times Deutschland publiziert bald Marx´s Kapital in einem Sonderdruck für eilige Leser (ca. 20 Seiten). Auch an den Universitäten hält Marx wieder Einzug.(PDF)

Weltmachtphantasien

Leider war mein als Reaktion auf die mit Jan angezettelte Diskussion über die zukünftige Rolle Chinas zu lang, um vom Kommentar aufgenommen zu werden. Also packe ich sie in einen neuen Beitrag und stelle sie zur Debatte, wenn unter den Lesern dazu Willige sind:

Gegenwärtig ist China sicherlich keine Supermacht. Aber es gibt zwei Dinge, die dafür sprechen, dass sich das in der mittleren Zukunft ändern kann.

Zum einen versucht China, seine Kultur in der asiatischen Region zu etablieren, was von den einzelnen Nationen zum Teil auch anerkannt und angenommen wird (siehe Beitrag unten). Eine starke Ökonomie muss also auch durch eine identitätsstiftende Kultur untermauert sein, damit daraus auch eine weltpolitisch etablierte Macht erwachsen kann.

Des Weiteren denke ich, dass das oberflächlich betrachtet und noch restriktiv regulierte öffentliche und private Leben und auch die Innenpolitik auf zwei Ebenen betrachtet werden müssen.

Die eine Ebene ist die offizielle, die sich noch immer der Rhetorik der Kommunisten bedient und damit den Anschein erweckt, dass alles beim Alten geblieben ist. Unter der Oberfläche jedoch ändern sich viele Dinge und dem Protest und Veränderungswillen der Bevölkerung wird inoffiziell Rechnung getragen (siehe die Proteste zu Niu Niu).

Nur die Oberfläche bleibt vorerst die alte, um das Land nicht zu sehr zu verunsichern. Deswegen bekommen wir im Westen auch gar nicht mit, was sich hier alles tut. Die Niu Niu Angelegenheit wird bestimmt nicht und wenn dann nur in bescheidenem Rahmen in die ausländische Presse dringen.

Zu Russland: Ich war wieder oder noch überrascht, als ich neulich gelesen hatte, dass Russland ein kleineres BIP als Österreich hat.

Schulheft-Propaganda

Sehr zum Amusement trägt der Kauf eines neuen Schreibhefts bei. Erinnert ihr euch an ´Shanghai Despot Chicken´ und ´Jiangsu Boom Star Law Office´? Nun, im selben Stil sind die meisten englischen Begriffe und Aussagen aufgebaut. Sie sind lustig und machen manchmal Sinn.

Auf den Heften vermischt sich dieses Chenglish noch mit staatstragender Propaganda, da Bildung bekanntermaßen sehr bedeutsam für dessen Prosperität ist. Die Resultate finde ich aber eher rührig:

´My Book: This is the most comfortable notebook you have ever run into´

´Hotrock: The best quality goods always make you happy´

´The best quality notebooks of today for tomorrow´s most excellent achievers´

Dann kann´s ja losgehen...

Donnerstag, November 25, 2004

Google Scholar – Google für die Wissenschaft

Google hat einen neuen Suchdienst speziell für wissenschaftliche Recherchen gestartet: Google Scholar, soll Studenten und Wissenschaftlern als erste Anlaufstelle bei der Suche nach akademischen Quellen dienen. Die Suchmaschine erfasst Bücher, wissenschaftliche Abhandlungen, technische Dokumente, Fachzeitschriften und sonstige Literatur aus dem Umfeld von Forschung und Lehre. Egal wie viel Kritik es wieder von allen Seiten hagelt, ich finde diesen neuen Suchdienst echt Klasse! Auch Froogle – Google´s Produktsuchmaschine- finde ich super! Wenn man bedenkt, dass beide Suchmaschinen noch in der Beta-Phase sind, liefern sie schon recht gute Ergebnisse.

Nachrichten aus Mannheim

Da unser Blog "Out Of Mannheim" heißt und diese Stadt an Rhein und Neckar (die ich bereits vermisse, btw.) nunmehr unsere gemeinsame Wurzel ist, sollten wir uns auch auf dem Laufenden halten, was in der Region geschieht. Deshalb ab heute in der Blogroll: Nachrichten aus dem SWR-Studio Mannheim.

Ist Bloggen gefährlich?

Einen Eindruck der Situation der Blogger in China gibt dieser Beitrag in den San Jose Mercury News von Dan Gillmor, der gerade an der Fudan Universität Shanghai ein Seminar gehalten hat. Zitiert wird auch Isaac Mao, dessen Blog ihr rechts verlinkt findet (und der auch einen Account bei Flickr hat):

"Don't be surprised", says Isaac Mao, a 32-year-old technologist, investor and one of the first Chinese bloggers. "Some things are just considered too risky."

Before posting anything on a blog, he says, "people think first if it's dangerous."

Und ich will ja nichts beschwören, aber seit dem Beitrag über Niu Niu besuchen Leute unser Blog, deren IP Adresse anonymisiert ist. Aber ein Gefahr besteht für Ausländer sicher nicht im Geringsten. Es ist bloß interessant, dass beobachtet wird.

Mittwoch, November 24, 2004

Fotos





Falls jemand Lust auf schöne und beeindruckende Fotos hat sollte sich mal folgende Seite anschauen. Hierbei handelt es sich um die Seite zur 59th college Photographer of the Year competition. Viel Spaß beim anschauen.

For boys who were always men

Ein echt lustiger Spot und die Credits gehen an Anne: via Musicstylist.

Here it is ladies and gentlemen! The new commercial for the VW Golf GTI. Director is Steve Miller, @radical.media, Berlin. Agency is DDB, Berlin.

Übrigens: Schaut euch mal die About Sektion der Site an. Hat der Typ nicht einen Beruf, den man nur als low bezeichnen kann? Nicht schlecht...

USA, mach Deine Hausaufgaben

Vorweg: Ich halte nichts von den vor allem in letzter Zeit gängigen Angriffen auf die USA und auch nichts vom Entsetzen über das Wahlergebnis. Ich habe auch nie dazu geschrieben, da ich denke, dass sich ein Teil des Volkes dafür entschieden hat und wenn wir Europäer uns für so liberal und aufgeklärt halten, dann müssen wir damit leben, ohne in aufgeregten Ärger darüber zu verfallen. (Natürlich ist sachliche Diskussion angebracht.)

Was ich allerdings interessant finde, ist die Frage, ob Amerika dabei ist, seine Führungsrolle zu verlieren bzw. ob sich ein Szenario entwickeln wird, in dem sich zwei Supermächte die Vorherrschaft teilen - ähnlich wie "damals" die USA und UdSSR.

Auf dem Gebiet der Geldpolitik scheint China sich bereits zu trauen, dagegen zu halten, wie aus dieser Meldung hervorgeht:

Beijing tells spendthrift US to put its own house in order

Li Ruogu, deputy governor of the People's Bank of China (PBoC), said Washington was now blaming others for its ballooning trade deficit and unemployment problem. But American economic habits and not outsiders caused the ailments, he said before last weekend's leadership summit of the Asia-Pacific Economic Co-operation forum in Chile.


Dienstag, November 23, 2004

weblogs: a history and perspective

Hier ein Link für alle die sich mal kurz über das Thema Weblogs informieren wollen.

essays :: weblogs: a history and perspective: "rebecca's pocket"

Niu Niu

Unter der sowieso eher hektischen Oberfläche des Alltags scheint es zu brodeln. Jedenfalls sugeriert das der Fall "Niu Niu", einer 25-jährigen chinesischen Studentin, Schriftstellerin und Drehbuchschreiberin. Sie hat neun Jahre in Großbritannien, Denver und Columbia studiert und über ihre Erfahrungen ein Buch geschrieben, welches nun mit ihr in der Hauptrolle verfilmt wurde.



Das Problem: Die Produktion hat 21 Millionen RMB (durch 10 gleich Euro) gekostet, die ersten drei Tage aber nur 670.000 RMB eingespielt. Dazu kommt, dass das Leben in England mit den Studiengebühren 200.000 bis 300.000 RMB kostet, das durchschnittliche Einkommen in der Provinz Guangdong jedoch lediglich 20.000 RMB beträgt.

Das erweckt schon mal eine Menge Sozialneid in einem Land, wo eigentlich alle gleich sein sollen (in der Theorie). Aber zum Skandal ist die Geschichte geworden, da Grund- und Mittelschüler gezwungen worden sind, sich den Film für 20 RMB anzuschauen, um einen Teil der Kosten zu decken.

Möglich war das, weil der Vater von Li Qianni (so ihr richtiger Name), Li Yizhen, in der örtlichen Parteihierarchie eine hohe Stellung einnimmt und Absprachen mit seinen Kollegen an den entsprechenden Stellen getroffen hat. Dazu kommen weitere persönliche Interessenverflechtungen und Verteilungsfragen und die Sache kocht ordentlich hoch

Die Geschichte vereint also zwei wichtige Probleme der gegenwärtigen chinesischen Gesellschaft: Die Herausbildung einer wohlgestellten wirtschaftlichen oder politischen Elite sowie Korruption im öffentlichen Sektor. Mal sehen, wo das noch hinführt. Vielleicht ist es der Beginn einer kleinen oder größeren Umwälzung, die sicherlich an der Zeit ist.

Ausführliche Berichte bei China Daily, Danwei und Yellow Frog.

Montag, November 22, 2004

Reim Sport Nord

Ein paar Freunde meiner Schwester Hanna, die gerade in New Jersey ist, machen ein bisschen Hip Hop in der Freizeit. Da sie ganz gut singen kann oder das zumindest gerne macht (hehe), haben die Jungs sie gebeten, doch mal bei einem Track mitzutun. Wenn ihr den hören wollt, ist er hier runterzuladen.

File Sharing

Wenn man Files versenden will, die größer als 1 bis 2 MB sind, ist der POP Server meistens in dem Sinne überlastet, dass es lange dauert, sie runter- und auch hochzuladen. Sie sind einfach nicht für diese Größe ausgelegt.

Deswegen macht es dann mehr Sinn, Dienste wie Dropload oder YouSendIt zu nutzen. Das geht dann über die Download-Funktion des Browsers und ist deutlich angenehmer.

Kulturelles Schlachtfeld Süd-Ost-Asien

Gegenwärtig ist die USA die weltweit dominierende Weltkultur und wird es sicherlich noch einige Jahrzehnte bleiben. Allerdings deutet es sich an, dass diese Rolle möglicherweise von China übernommen wird, bzw. diese sie mit China geteilt werden muss. Zumindest in Süd-Ost-Asien wird die chinesische Kultur und Bildung und damit auch die Sprache als kompetitive und erstrebenswerte Alternative angesehen.

Eine interessantes Szenario ist es, wie es aussehen würde, wenn die Welt nicht mehr von den USA, sondern von China "beherrscht" wird. Als Labor dient schon der süd-östliche Teil des eurasischen Kontinents.

Auch hier an der Uni sind bereits einige Studenten, die nicht die Sprache studieren, sondern ein Fach. Gegenwärtig kommen sie noch aus der asiatischen und arabischen Welt, jedoch werden sicherlich bald auch andere Nationalitäten vertreten sein. Für natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge ist es langfristig eine Alternative.

´Over all, China's stepped up endeavors in cultural suasion remain modest compared with those of the United States, and American popular culture, from Hollywood movies to MTV, is still vastly more exportable and accessible, all agree. The United States also holds the balance of raw military power in the region.

But the trend is clear, educators and diplomats here say: The Americans are losing influence.´

Mehr dazu hier.

Samstag, November 20, 2004

Free Music ohne P2P

Es erstaunt mich immer wieder, wieviele frei zugängliche Mp3 im Netz zum Download frei zur Verfügung stehen. Domi und Philippo haben ja schon immer mal auf einiger solcher Seiten hingewiesen. Damit ihr nicht denkt, dass ich unmusikalisch bin, verlinke ich heute zwei Remix-Alben:

#1: Jay-Zeezer – The Black and Blue Album
Der Dj hat einfach Jay-z´s The Balck Album mit irgendeiner wohl bekannten Rock-Gruppe gemixt. Philippo weiß glaube ich mehr mehr dazu zu berichten! Das lustige ist dabei ist, dass der DJ keine Ahnung von Hip-Hop hat:

"I'd like to get something out in the open right away. I am completely clueless when it comes to rap music. I don't know East Coast from West Coast, I'm not really sure if Outkast is a band or just one dude, and I sure as hell don't know what all this nonsense about someone's milkshake is either."


Diese Aussage ist auch sehr amüsant:

" People are selling unlicensed copies of my unlicensed music. They suck. If anyone tries to sell you a Jay-Zeezer cd, kick them in the nuts. If I personally see you selling one, I will kick you in the nuts. Make one for yourself, your friends, your mom, whatever. Just don't sell it, or you may find yourself getting kicked in the nuts by my nut-kicking army of loyal Jay-Zeezer fans."


Remix-Album #2: The Kleptone's - A Night At The Hip-Hopera. Hier in verschiedenen Versionen Downloadbar. Leider weiß ich dazu nicht viel mehr, außer das es sehr gut sein soll. Ich lade es mir gerade runter….

Und das alles ohne Bittorrent, Kazza oder eMule! Ist das nicht toll?

Freitag, November 19, 2004

Puerility = Kinderei

Na, der Lateiner weiß schon, was das heißen soll. Nur zwei cineastische Bemerkungen für heute:

1. Nicht vergessen: Sky Captain schauen.

2. Mal in Erwägung ziehen, wenn´s soweit ist: Spongebob Squarepants.

Mittwoch, November 17, 2004

Take Me To Your Heart

Wenn man hier einkaufen geht, dann läuft in JEDEM Laden und IMMER dieser Titel (zum Download bereit). Und "immer" heißt "immer" und "jeder" heißt "jeder". Wer also keine Zeit oder Lust hat, mich zu besuchen, der kann sich gerne in einer ruhigen Stunde meine Bilder bei flickr anschauen und dazu "Take Me To Your Heart" von Michael Learns To Rock hören, et violà, schon fast bei Philippo in China.

Auf deren Website heisst es ganz unschuldig:

"We are back in Denmark after our Asian/African tour. Thanks to all for showing up and for singing along."

Wenn die wüssten, was sie angerichtet haben. Wahrscheinlich tun sie es ja auch!

Dienstag, November 16, 2004

Geil, geiler, am geilsten

Den geilsten Artikel bringt - na wer schon - die Bild. Unglaublicherweise geht es um unser Volkssport nummer eins, Fussball. Am Rand nur, denn eigentlich geht's um den geilen Nando Rafael mit seiner geilen Latte, die unter seinen geilen Glanzshorts eine geil verräterische Wölbung verursacht.
Geil, geil, geil.
Jetzt hat man auch richtig lust die Volksbibel zu kaufen.

ODB und chinesisches Recht

Passend zu aber nicht ausgelöst durch Jans Kommentar zu ODBs Welttourneen (s.u.) eine bemerkenswerte Besonderheit des chinesischen Rechts:

Und zwar kann es bei Scheidungsprozessen zu Schadensersatzansprüchen gegen die "dritte Partei" kommen. Das trifft bestimmt nicht immer die Richtigen, aber in manchen Fällen kann es nicht schaden, wenn es finanzielle Anreize gibt, eine Dummheit lieber nicht zu begehen.

Wäre ODB also Chinese gewesen, hätte es teuer werden können.

Montag, November 15, 2004

Curse EP zum Nulltarif


Das ist doch mal was. In Zeiten, in denen der Kauf einer Cd immer teurer wird und sich deshalb viele die Musik umsonst aus dem Netz saugen, bringt Curse eine EP mit dem Titel "Feuer über Deutschland" (6 Tracks) zum freien Download raus. Man muss also nur seine Seite besuchen und die Titel runterladen. Das Cover usw. gibt es auch noch frei dazu, so dass man sich seine eigene CD bauen kann. Ich kann den Download nur wärmsten empfehlen, da die Lieder zusätzlich noch von einer sehr hohen Qualität sind. Curse will sich mit dieser Aktion übrigens bei seinen treuen Fans für den Support bedanken und ich danke ihm für sehr guten deutschsprachigen Rap.

R.I.P. Ol´Dirty Bastard

Sonntag, November 14, 2004

Wie ich die Deutschen lieben lernte, Teil II

Jetzt bin ich sicher: Wir Deutschen haben viel Humor, aber man muss ihn suchen. Dann ist es aber umso witziger.

Euch ist doch der Begriff der Gewaltenteilung bekannt. Richtige Insider kennen dann auch deren drei Phantome: Den Bundestagsabgeordneten Jakob Mierscheid, den Ministerialdirigenten Dr. h. c. Edmund Friedemann Dräcker, sowie Friedrich Gottlob Nagelmann, Mitglied des "dritten Senats" am BVG. Man mache sich bei Wikipedia auf die Suche.

Besonders erwähnenswert finde ich es, dass der Abgeordnete Jakob Mierscheid eine eigene Seite auf dem Bundestags-Server hat. Wer jetzt noch meint, Deutsche hätten keinen Humor, der ist einfach nicht genug informiert.

Schlag gegen die Blumen-Mafia

Wenn ein Meeresfrüchte- oder Tabak-Laden zusätzlich ein paar Blumen verkaufen will, dann tut er das offensichtlich nicht legal. Jedenfalls fuhr heute ein Pritschenlaster durch die Straßen, begleitet von Männern in blauen Anzügen, die halb Uniform, halb Arbeitskittel waren und sammelten die Eimer ein. Das Gezeter, welches sich um den LKW ausgebreitet hat, ist ungefähr vergleichbar mit dem eines aufgescheuchten Möwenscharms.

Samstag, November 13, 2004

Gmail goes Pop3

Googles GMail wird in den nächsten 14 Tagen mit Pop3-Unterstützung aufgerüstet. Bei dieser Gelegenheit verschenke ich glatt 1 Gmail-Account. Wer einen davon haben möchte bitte bei mir melden.

Nanjing Massaker

Ein nicht unbedeutendes Detail der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts ist das Nanjing Massaker 1937, wo japanische Soldaten raubend, plündernd und mordend durch die damalige Hauptstadt gezogen sind. Dabei haben Massenexektionen und -vergewaltigungen stattgefunden, bei denen hunderttausende Chinesen ums Leben gekommen sind. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich wusste davon nichts, bevor ich hier war.

Drei interessante Randnoten:

1. Ein Deutscher, John Rabe, hat als NSDAP-Mitglied und Siemens-Mitarbeiter die Evakuation in "Safety Zones" organisiert, wobei nicht klar ist, wie viele Menschen tatsächlich gerettet wurden. Jedenfalls ist seine Leistung vergleichbar mit der Oskar Schindlers in Polen.

2. Iris Chang, Autorin des vielseits beachteten Buchs Die Vergewaltigung von Nanking hat sich offenbar am Donnerstag umgebracht. Das 1997 erschienene Buch hatte in Japan zu viel Aufregung geführt.

3. Japan hat sich noch nicht für das Vorgehen und die Gräueltaten der Soldaten offiziell beim chinesischen Volk entschuldigt. Deshalb findet man beispielsweise auf der obigen Seite aus Hong Kong unten den Vermerk: "Vigorously Updated Until Japan Formally Apologizes". Es ist eine offene Wunde in der Beziehung zwischen den beiden Nationen und ich verstehe nicht, warum sich Japan nicht dafür entschuldigt.

Freitag, November 12, 2004

Iran Dossier

Wer noch nicht der amerikanische Achse des Bösen Rhetorik gegenüber den Iran verfallen ist und mal einen umfassenden Einblick in die sehr widersprüchliche iranische Gesellschaft bekommen möchte, sollte sich auf alle Fälle diesen sehr ausführlichen Bericht der Wochenzeitung die Zeit durchlesen. Fast alle Facetten der iranischen Gesellschaft werden hier auf eine sehr schöne Art und Weise aufgezeigt!!
Als jemand mit iranischen Wurzeln, der dieses Land in den letzen Jahren öfters bereist hat kann ich fast alle dieser Beobachtungen bestätigen.
Hier mal eine winzige Zusammenfassung meinerseits, weil ich befürchte das die meisten von euch diesen Bericht aufgrund der Länge nicht lesen werden.

Plastische Chirurgie
Der suchende Blick einer Frau fährt über die Ärzteschilder. Nase? Nein, Brust, antwortet sie ohne Zögern.

eine Nase ist leichter zu korrigieren als ein System. Und der Wunsch nach Schönheit, nach makelloser Schönheit ist groß in diesem Land. Auch unter einem schwarzen Tschador kann eine perfekt manikürte Hand zum Vorschein kommen.


Religion
Wie wenig islamisch Teheran wirkt! Kaum ein Gebetsruf zu hören in dieser Stadt von 14 Millionen Menschen, selten eine spontane religiöse Geste zu beobachten.

An manchen Tagen scheint es, als hätte der Gottesstaat Gott aus den Herzen vertrieben. »Unter dem Schah haben wir auf der Straße getrunken und zu Hause gebetet, jetzt ist es umgekehrt.«


Iraner und Ihre Beziehung zum Staat
Die Luft ist voller Geschimpfe. So schimpft, wer sich in der Mehrheit weiß. Wer ist schuld am schlechten iranischen Fußball? Die Mullahs. Wer ist schuld am Verkehrsstau? Die Mullahs. Schimpfen ist ein Ventil, auch Ausdruck von Hilflosigkeit, und Spott eine Waffe, wo es an anderen mangelt.
Dieses System habe mit autoritärem Kommunismus mehr gemein als mit Islam, sagt der eine. Ein anderer erinnert an die islamische Eroberung Persiens vor 1400 Jahren und sagt: Die Mullah-Regierung ist die zweite Invasion der Araber.


Alkohol
Alkohol ist erstaunlich leicht erhältlich. Nicht dass jeder tränke, aber wer will, findet Wege. Selbst gemachter Rotwein kommt daheim in Rosenwasser-Flaschen auf den Tisch, den Import-Whisky verkauft stiekum der Obsthändler im Viertel. Ethanol-Alkohol aus der Apotheke, 96-prozentig, wird mit der gleichen Menge Mineralwasser verdünnt, dazu der Saft frischer Limonen, fertig ist der iranische Wodka-Lemon.


Doppelmoral
Öffentlicher und privater Raum sind getrennte Welten, hier und dort gelten verschiedene Werte, Normen, Verhaltenserwartungen. Nahezu jede Familie hütet Geheimnisse. Um sie zu wahren, lernen viele Kinder früh das Lügen, lernen zu unterscheiden, was sie in der Schule sagen und welcher Freundin sie was erzählen dürfen.

Irgendwo in diesem heißen Süden gibt es eine Adresse, die sich Mädchen in Yazd oder Shiraz oder Zahedan zuflüstern, wenn sich die Praxis des Lebens und die Regeln einer traditionellen Gesellschaft zu weit voneinander entfernt haben. Golduzi, Blumensticken, nennt es der Volksmund poetisch, wenn dieser verschwiegene Arzt eine Frau wieder zur Jungfrau macht. 250 Euro kostet die neue Blume, ein Vermögen für ein Provinzmädchen, doch existenzieller als eine neue Nase.


Weblogs
Die Bewegung begann vor drei Jahren, Persisch gehört heute zu den weltweit meistbenutzten Weblog-Sprachen. »Manchmal vergisst du, wer du bist. Wenn ich mein Weblog lese und mich da sehe, beruhigt mich das, und ich fühle mich besser«, schreibt eine Webloggerin.


Drogen
In Iran werden pro Stunde 44 Menschen verhaftet wegen Drogendelikten, sagte kürzlich der Drogenexperte des Staatspräsidenten; meist seien es Abhängige. Das summiert sich zu über einer Million Festnahmen in den vergangenen drei Jahren. 60 Cent kostet ein Schuss Heroin. Drogenkonsum durchzieht alle Schichten, verbindet Dorf und Stadt, Arm und Reich, hängt wie ein Seufzer der Resignation über der Jugend.


Die iranische Jugend
Jung scheint das ganze Land, zwei Drittel der Iraner sind unter 25, geboren nach der Revolution. Und viele Junge sind gut gebildet. Die Islamische Republik hat die Zahl der Universitätsstudenten verzehnfacht, hat die Mädchen aus dem dunklen Tal des Analphabetismus geholt. Sie stellen heute an den Unis sogar die Mehrheit. Aber dieser Fortschritt staut sich in ein Nichts hinein: keine Jobs für 100000 neue Akademiker pro Jahr, keine geistige Freiheit für die Gebildeten, nicht einmal Unterhaltung für die Gelangweilten.



Homosexualität
Homosexualität wird im Koran untersagt, in Iran steht darauf die Todesstrafe, auch wenn sie seit zehn Jahren nicht vollstreckt wurde.

Ihr Englisch ist gut, manche arbeiten bei ausländischen Firmen, das seien »tolerante Jobs«. Ihr Freundeskreis ist meist ausschließlich schwul, denn die Heteroaltersgenossen fragten als Erstes: Hast du eine Freundin? Habt ihr Sex? Was anderen als Befreiung gilt, erlebt diese Minderheit als neue repressive Norm: Du musst vom Sex mit einem Mädchen erzählen können, um zu bestehen. »Ausländische Beobachter übersehen oft«, sagt einer in der Runde, »dass unser Hauptproblem nicht die Behörden sind, sondern die intolerante Kultur unserer Gesellschaft.«


Zensur
Baghi, der Chefredakteur, ein bedächtiger, kräftiger Mann mit ergrauendem Bart, hat drei Jahre im Gefängnis gesessen, weil er die Drahtzieher von Morden an Regimegegnern enthüllte. Von seinen zahlreichen Büchern ist jedes dritte verboten.


So ich glaube das reicht mal fürs erste!

Für diese Woche gebe ich mich geschlagen

Gut, gestern habe ich über´s Wetter geschrieben, dann macht es ja auch nichts, wenn ich heute mal das Auto thematisiere. Aber nur kurz:

1. Ach, Italien...!

2. Ach, Amerika...!

Völker der Welt

Gefunden bei der Titanic, wo in loser Folge wissentlich xenophobe Gedichte zu den verschiedenen Ländern unserer schönen Erde veröffentlicht werden.

Dieses mal: Der Chinamann

Vom Chinamann gibt’s äußerst viel.
Milliarden derer spucken
tagsüber und mit Stumpf und Stil
Chineser-Streptokukken.

Des Abends hockt vorm Buddha-Schrein
er fern vom China-Rudel.
Des Nachts fängt er sich Köter ein
und frißt sie, Spitz wie Pudel.

Gleichspitz wie Lumpi ist sein Hut.
Das fördert den Tourismus.
Er findet Daumenschrauben gut
und ergo Maoismus.

Donnerstag, November 11, 2004

Wetterumschwung

Jaja, ich gebe es zu. Ganz resistent bin ich gegen die psychologischen Auswirkungen des schlechten Wetters auch nicht und hin und wieder darf ich auch mal darüber reden. Zum Beispiel wenn es so wie heute ist: kalt UND feucht. Gegen die Kälte kann man was machen, gegen die Feuchte nicht. Na, vielleicht kann man sich warme Bilder anschauen.



Es hat keinen tiefen Sinn (oder doch?). Ich finde es sehr witzig.

Mittwoch, November 10, 2004

Wenn es Nacht wird in Nanjing

Wenn es Nacht wird in Nanjing gehe ich laufen. Hier auf dem Campus befindet sich ein Sportplatz und dort drehe ich meine Runden. Meistens zehn, das sollte genügen. In Mannheim bin ich glaube ich mehr und länger gelaufen, was aber mit dem schönen Rheinufer zu tun hat.

Wenn es Nacht wird in einer Stadt, dann hat sie auch einen anderen Charakter. Jede Stadt hat ihren Tag- und ihren Nachtcharakter, genau wie wir Menschen. Nachts wird der Himmel hier nie dunkel, man sieht keine Sterne und gegen die Dunkelheit wird mit bunter Beleuchtung angekämpft. Die Bäume und das Gras werden grün beleuchtet, manchmal wird im Eingangsbereich des Hotels eine bunte Beleuchtung angemacht. Auch die Hochhäuser - von Wolkenkratzern kann man noch nicht sprechen - sind hell und blinken und strahlen bunt. Manchmal nicht. Vielleicht muss Strom gespart werden.

Aber gestern war es darüber hinaus nass und das Licht war diffus. Vergleichsweise dunkel ist es auf dem Sportplatz und ich war dort ganz allein. Normalerweise sind noch andere dort, die Sport machen, laufen, oder auf den Bahnen zu zweit oder alleine spazieren gehen. Auf den inneren Bahnen stand das Wasser, weil die Abflüsse nicht funktionieren und in der Sporthalle, die auf Grund der vielen Menschen, die dieses Land hervorgebracht hat, zweistöckig ist, brannte noch Licht herüber.

Auf der Zuschauertribüne treffen sich immer ein paar Leute, weil man dort unter einem Dach sitzen kann und manche mögen die Atmosphäre von leeren Sportstadien. Also laufe ich meine Runden und befinde mich in relativer Dunkelheit und um den Platz herum glüht und leuchtet die Stadt.

In der Ferne höre ich die Züge, deren Horn klingt, als wäre es ein Zug aus Amerika. Sie hören sich so an, wie die Züge, die ich gehört habe, als ich nachts wachgelegen habe, die den Hudson runter fahren, von Kanada kommend oder in die andere Richtung und ich frage mich, wie es den Fahrern gerade geht, wo sie herkommen und ob sie froh sind, dort nicht sein zu müssen oder sich zurücksehnen.

Dann denke ich, ob ich nicht in den tiefen und weiten Pfützen laufen will, denn das ist doch eines unserer frühsten kindlichen Bedürfnisse und ganz loslassen tun sie einen nicht. Aber als Erwachsener bedenkt man, dass die Schuhe wieder gesäubert werden müssen, dass man sich erkälten kann. Also laufe ich auf dem Trockenen weiter.

Und im Blick immer wieder das Sheraton in der Ferne, wo wir zum all-you-can-eat Brasilianer gehen, wo es BBQ bis zum Abwinken gibt - wobei das Abwinken auch oft nicht richtig verstanden wird. Auch wenn man schon den Nachtisch - also bunte Sahnetorten - zu sich nimmt, wollen sie einem noch mehr Fleisch auf den Teller packen. Also werde ich jede Halbrunde daran erinnert, warum ich hier bin. Ein wenig paradox ist es, das gebe ich zu.

Und dann bin ich in der zehnten Runde und denke, dass ich jetzt eh fertig bin und durchaus in den Pfützen laufen kann. Das habe ich auch gemacht und ist immer noch so spaßig wie am Anfang. Warum eigentlich? Und dann bläst also der Wind ein wenig und es wird ganz nass und ich überlege mir, wo der Wind herkommt, von den Ebenen weit entfernt der Küste, oder vom chinesischen Meer, rieche ich Salz? Na, hier in Nanjing bestimmt nicht. Und wo kommt das Wasser her? Treffen sich Wasser und Wind hier das erste mal?

Jedenfalls war das Laufen gestern wie immer und auch wieder nicht. Manchmal werden durch die alltäglichen Situationen merkwürdige Stimmungen produziert, die keine Inszenierung schaffen kann, aus der Verbindung von gedanklichen Verknüpfungen und Autobiographie geboren werden und an denen man auch andere nicht ganz teilhaben lassen kann, auch wenn man einen halbwegs kitschigen Text verfasst wie diesen hier.

Dienstag, November 09, 2004

Morgan Stanley Studie über Weblogs & Webfeeds

Morgan Stanley hat einen umfangreichen Report zu Weblogs, vor allem aber Webfeeds ins Netz gestellt und sieht neben Geschäftsmöglichkeiten, erstaunlicherweise, Yahoo als ersten Gewinner.

While Google’s search engine and advertising tools set the
pace for new ways of searching information, we believe
that Yahoo! may be setting the pace for new ways of
serving information…


Montag, November 08, 2004

Wiki Wiki

Nicht alles ist selbsterklärend; ist das der Fall, greife ich in den Beiträgen gerne auf Wikipedia zurück. Die faz bringt dazu heute einen Artikel.

Dass die Fehleranfälligkeit und Vandalismus nicht das Riesen-Problem ist, geht aus der dort zitierten IBM Studie hervor.

Der grundsätzliche Unterschied zu Brockhaus und Konsorten ist ökonomisch betrachtet der, dass hier die Wissenskonsumenten zu Produzenten werden. Die Frage bleibt, ob darunter die Qualität leidet - das wiederum kommt auf das Anwendungfeld an.

Durchaus nicht herrschende Meinung ist, dass eine große Menge an Beiträgen grundsätzlich ein besseres Ergebnis erziehlt, als eine kleine Gruppe Spezialisten.

Sonntag, November 07, 2004

Kampen, Portofino, Capri, Starnberg, The Hamptons und Mannheim

Reumütig muss ich feststellen, dass meine Recherchen und Überlegungen zum Thema „Kragen hochklappen“ noch der zusammenfassenden Veröffentlichung harren. Bis dahin sei auf diesen Artikel zum Thema hingewiesen. Eine Anfrage beim Polo-Club in Hamburg führte übrigens zu keinem Ergebnis betreff Herkunft dieser Sitte.

Und was ist das Motto von Susanna Agnelli noch gleich? Ach ja: "Das Einzige, was sich lohnt zu tun auf der Welt, ist das, was andere für unmöglich halten." Z.B. den Kragen hochklappen, oder was? Und zwar nicht nur in Kampen, Portofino, Capri, Starnberg und den Hamptons.



Dass es in den Hamptons kleidungstechnisch auch anders zugeht, zeigt uns hier Sean Carter. Pfft, wie neureich - keine Klasse, kein Stil!

Samstag, November 06, 2004

Wie ich die Deutschen lieben lernte

"Ich kam für ein Jahr zu ihnen. Ich erlebte ihre Unfreundlichkeit, ihre Grobheit, ihren Selbsthass. Ich ließ mich nicht beirren – und ließ mich auf sie ein."

Dieser lesenswerte Bericht erreichte mich via Niklas via Gregor. Allerdings stellt er die Deutschen in Berlin dar; in anderen Regionen geht es bekanntlich auch anders zu.

Donnerstag, November 04, 2004

Was wir von den Chinesen lernen können (und auch nicht)

Wäre Deutschland ein noch besserer Ort, wenn wir von den Chinesen Folgendes übernähmen und in Bezug auf den letzten Punkt weiterhin unseren eigenen zivilisationstechnischen Methoden treu bleiben? Man weiß es nicht...

1. Praktisch ist die große Stopuhr, die neben jeder Ampel angebracht ist. Sie läuft ruckwärts und zeigt an, wie lange das Verkehrslicht noch rot bzw. grün ist. Allerdings sind die Signale eh bloß Richtwerte. Sie zeigen nicht an, wann man in die Kreuzung fahren kann, sondern wann die Chance durchzukommen am größten ist.

2. Hängt man seine Jacke in den besseren Etablissements über die Stuhllehne, kommt sofort eine Servicekraft und deckt sie mit einer Plastikhaube zu, damit nichts a. schmutzig und b. geklaut wird.

3. Die Ladenöffnungszeiten erlauben einem, Sonntag Abend um 9 Uhr noch Gurken und Zahnpasta (z.B.) zu kaufen, während die Banken jeden Tag von 9 bis 5 geöffnet sind.

4. Handys sind billig; wenn man keinen Vertrag möchte, kosten sie ca. 8 Euro mehr und sms kostet 1,6 cent im Inland. Was will man mehr?

5. Nicht so toll finde ich: Kleine Kinder, die bei uns Windeln tragen, haben hier als Alternative eine Hose an, die hinten offen ist, so dass der kleine Dops ad hoc abgehalten werden kann, wenn es ihn drängt - gerne auch mitten auf dem Bürgersteig - kein Problem!

Doch doch, zu lernen gibt es immer was!

Mittwoch, November 03, 2004

Rangliste der Pressefreiheit

Zum dritten Mal in Folge haben die Reporter ohne Grenzen ihre jährliche Rangliste der Pressefreiheit in den Ländern der Erde veröffentlicht. Ganz vorn liegt Dänemark mit einer Note von 0,50; Deutschland findet sich mit 2,00 immerhin noch auf Rang 11 wieder, während Österreich mit 3,25 auf Rang 17 und die Vereinigten Staaten von Amerika mit 4,00 auf Rang 23 landen. Das Schlusslicht bilden vor allem ostasiatische Nationen: Vietnam (86,88), China (92,33) und Nordkorea (107,50) füllen die Ränge 161, 162 und 167. Iran belegt den Platz 158!

Die Liste beruht auf einem 52-teiligen Fragebogen, der von 14 Partnerorganisationen der RoG, sowie verschiedenen Korrespondenten, Wissenschaftlern und Juristen, in 167 Ländern beantwortet wurde. Näheres zur Methodologie findet sich hier



Diese Grafik veröffentlichte die Economist kurz nach den Anschlägen in Madrid, als sich herausstellte, dass die Spanische Regierung massiv Einfluss auf die freie Presse ausgeübt hatte. Tatsächlich schneidet die Spanische Pressefreiheit im europäischen Vergleich am schlechtesten ab.

Dienstag, November 02, 2004

Wo liegt eigentlich...?

Ein ganz nettes Spielchen, mit dessen Hilfe man seine Ortskenntnis in Deutschland unter Beweis stellen bzw. trainieren kann.

Re-Importe aus dem fernen Osten

Auch ich bin im Unterricht bereits von einem Mitschüler darauf angesprochen worden, ob ich ein Christ sei und habe gelernt, dass 26 % der Koreaner diesem Glauben angehören. Das fand ich bereits erstaunlich - vor allem für ein asiatisches Land. Noch erstaunlicher fand ich, dass sie nach den USA die größte Anzahl an Missionaren (12.000) ins Ausland senden; auch in schwer zu missionierende Länder in der arabischen Welt. Mehr dazu hier.

Hier in Nanjing gibt es drei christliche koreanische Gemeinden.

"There is a saying that when Koreans now arrive in a new place, they establish a church; the Chinese establish a restaurant; the Japanese, a factory."

Sonntag, Oktober 31, 2004

An die Nachgeborenen

Wie erwähnt habe ich "Triumph des Willens" gekauft und auch geschaut. Wenn ich wieder da bin, leihe ich die DVD gerne aus. Das einzige, was dazu zu sagen ich gerade passend finde, ist diese Strophe von Bertolt Brecht - auch wenn es etwas pathetisch ist:

Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
In der wir untergegangen sind
Gedenkt
Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
Auch der finsteren Zeit
Der ihr entronnen seid.

Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

Dabei wissen wir doch:
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.
Ihr aber, wenn es so weit sein wird,
Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist

Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.

Samstag, Oktober 30, 2004

Ein Tag in der Bib

Was man auf dem kleinen Bild sieht, ist die Ausbeute eines Samstages in der Bib. Zum Teil ist sie erfreulich - wie beispielsweise die vollgeschriebenen Blätter mit chinesischen Zeichen oder die CD für einen Euro, die man in der Mittagspause erstanden hat (heute übrigens auch "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl, der in Deutschland bekanntlich veboten ist).

Andererseits ist es echt nervig als Europäer, weil man ständig beobachtet und im schlimmsten Fall auch angesprochen wird - ob man sein Freund sein will, etc. Heute habe ich den kleinen Zettel zugesteckt bekommen, auf dem die Telefonnummer verzeichnet ist und die Tatsache, dass der Schreiber bereits ein Jahr Deutsch gelernt hat. Und meistens sind es halt nicht unbedingt die Leute, die man gerne kennenlernen würde.



Mal sehen, wo ich mich morgen hinsetze...

Freitag, Oktober 29, 2004

Das digitale Zeitalter?!

Ich frage mich, wie es gewesen wäre, wenn ich zehn Jahre früher hier gewesen wäre. Wenn ich auf dem Zimmer bin, dann bin ich meistens im Internet, update den Blog - so wie jetzt - und bastel an ihm rum, schaue, wer im MSN ist, telefoniere mit Domi via skype, wenn er da ist, downloade, checke die RSS-Feeds, ob´s was neues auf meinen Favoriten-Seiten gibt, lese online Zeitungen, höre Radio über iTunes, update meine Software, schreibe und lese Emails, checke das gMail Konto, schaue nach neuen und praktischen Anwendungen, schreibe ungefragt Beiträge im Kommentarbereich von anderen Blogs und Seiten, uploade Bilder bei Flickr. Es ist voll schlimm. Aber das wäre damals ja gar nicht möglich gewesen. Was hätte man denn da gemacht? Die Briefmarkensammlung doch noch mal neu sortiert?

1001: a desktop Flickr client

Mit 1001 kann man die Streams der Kontakte bei flickr unter Beobachtung halten und selber Bilder hochladen, indem man sie auf das Icon im Finder oder Dock zieht bzw. in die entsprechende Maske - auch gerne direkt von iPhoto. Ich habe noch keine Erfahrung mit der Anwendung, aber wenn ihr sie ausprobieren wollt, findet ihr den Download hier.

MacOS X only!

Mittwoch, Oktober 27, 2004

iPod Photo




Ok, ich weiß das Philipp und ich große Apple-Fans sind, aber ich hoffe das sich auch noch ein paar andere unserer Blog-Besucher sich für die immer wieder neuen Innovationen der Appleentwickler erfreuen.
Der neue iPod photo ist nämlich nicht größer als ein Kartenstapel und wiegt gerade einmal 158 Gramm. Dennoch spricht er zwei Eurer Sinne gleichzeitig an. Du kannst jetzt nicht nur Deine Lieblingsmusik (bis zu 15.000 Songs) überallhin mitnehmen, sondern auch bis zu 25.000 Fotos. Das sind genug Bilder, um fast 200 Diamagazine zu füllen oder eine Wandfläche von nahezu 464 Quadratmetern zu bedecken. Der Preis ist momentan zwar noch relativ hoch, aber das wird sich sicherlich auch noch bessern.
Mehr Infos gibtes unter folgender Adresse.

Dienstag, Oktober 26, 2004

Tiny Tools

In letzter Zeit habe ich mir ein paar sehr nützliche Tiny-Tools für meine tägliche Arbeit aus dem Netz gezogen.

: Nein, ich will hier nicht Google´s Desktop Search Tool empfehlen! Es ist bei weitem nicht so gut wie die anderen frei verfügbaren Alternativen. Google´s Programm kann z.B. keine PDF-Dokumente durchsuchen was ich persönlich sehr schade finde. Als Alternative empfehle filehand: Klein, fein, leistungsstark und ressourcenschonend

: Ich beneidete schon immer die Screeenshotfunktion bei Apple´s Betriebsystemen. Nach langer suche habe ich nun auch ein ähnliches Freeware-Programm für den PC gefunden. ScreenPrint32!!! Und so sieht zur Zeit mein Desktop aus (habe es extra für euch aufgeräumt!!). Man kann auch einzelne Bildschirmbereiche für ein Snapshot auswählen.


my desktop Posted by Hello

Der Kalender rechts oben auf, kann man sich hier Downloaden. Es übernimmt sogar die Termine aus Outlook.


: Seit ich, seit einem Monat, für eine kleine Firma einige Beratungstätigkeiten nebenbei durchführe, suchte ich vergeblich nach einem kostenlosen Software für die Erstellung von Mind-Maps. Mit FreeMind habe ich (hoffe ich) die richtige Software gefunden. Es basiert auf Java und ist deshalb Plattform Unabhängig. Also auch für Mac-User interessant.

Wenn jemand von euch auch noch einige interessante Programme kennt, dann bitte im Kommentarbereich weiterempfehlen.

Montag, Oktober 25, 2004

BILD

"Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel." (Max Goldt)

Seit einiger Zeit befindet sich in unserer Link-Liste das BILDblog. Die Redakteure haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die journalistischen Methoden, Verstöße gegen die Presserichtlinien, schlampige Recherche, Interessenvermischung, etc. der BILD aufzudecken:

"Was heute in der "Bild"-Zeitung steht, steht morgen überall. Vielleicht sollte man sich also mal genauer anschauen, was sie schreibt. Die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme."

Wenn ich auch nicht militant gegen diese Zeitung bin, so ist die Lektüre des blogs immer sehr unterhaltsam und jedes mal aufs Neue wundere ich mich, dass Redaktion und Verlag damit durchkommen.

Der aktuelle Beitrag ist ein besonderes Beispiel für die Frechheit des größten deutschen Presseorgans und seiner Macher. Es geht darum, dass der Chefredakteur Kai Diekmann um die Ordnung und Sauberkeit seiner Wohngegend besorgt ist und anscheinend sein Blatt nutzt, um für eben die zu sorgen. Mehr hier und hier.

Ich denke, solche Anliegen sind eine wirkliche Daseinsberechtigung für Blogs.

NEU NEU NEU: Jetzt mit Bildern

Ich habe gerade einen Bilder-Stream hinzugefügt mit Material hier aus China. Für den link siehe die Navigationsleiste rechts unten. Die Bilder selber sind recht groß; also ist es besser, einen schnellen (oder man muss fast schon sagen: normalen) Internet-Zugang zu haben.

Sonntag, Oktober 24, 2004

Das Wesen der Langeweile

Der in Frankfurt lebende Schriftsteller Wilhelm Genazino hat am Samstag in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis erhalten. Da ich mich freue, von entsprechend als vernünftig anerkannten Personen die eigene Meinung zu hören, mache ich sie gleich mal publik:

„Wir Heutigen kennen Langeweile als verscheuchte Langeweile. Unsere Erlebnisplaner haben sie zu unserem Feind erklärt. Als Ersatz bieten sie uns hochdosierte Fremdunterhaltung an: die permanente Fernsehshow, die Massenparty, der Urlaub, die Promiskuität, der Konsum - und so weiter”, beklagte Genazino - und weiter: „Nicht so Büchner. Bei ihm wird Langeweile erkennungsdienstlich behandelt; das heißt vor allem: sie wird dargestellt, untersucht und zerlegt, oft so lange, bis sie einer neuen Beschäftigung weicht, die unversehens aus dem Stillstand hervorgeht. Für derartig geduldige Transformationen fehlt uns heute die Gelassenheit und die Bildung.”

Wichtig ist, dass die Langeweile nicht als endgültiges Ziel angesehen wird. Vielmehr ist es ein Zustand auf der Suche nach dem eigenen Wesen.

In die Richtung geht auch eine der zentralen Aussagen des Daoismus:

Die Abwesenheit von Wünschen führt zur Ruhe,
die Welt wird, von selbst, ihr Gleichgewicht finden.

Dazu habe ich in dem Buch "China" von Konrad Seitz gelesen: Das daoistische Ideal ist der ´verborgene Meister´, der, statt nach Ruhm und Ansehen in der Gesellschaft zu streben, in Unbedeutendheit, aber eben auch in Ungebundenheit sein Wesen entfaltet - so ´wie die Schildkröte, die lieber ihren Schwanz durch den Schlamm schleppt, als dass sie ihren Panzer im Tempel ehren lässt´ (nämlich bei der Orakelbefragung in der Shang-Zeit, für die man die Panzer getöteter Schildkröten im Feuer erhitzte). (S. 41)

Donnerstag, Oktober 21, 2004

West-Östliche Schönheitsideale und ihre Pathologien

Dass europäische Frauen (und Männer) möglichst braun sein wollen, wissen wir ja. Dass chinesische Frauen ihr Gesicht mit Cremes möglichst weiss bekommen wollen, ist vielleicht weniger bekannt. Vor allem wollen sie sich damit zur Landbevölkerung abheben und sich den als besonders schön geltenden Japanerinnen und Koreanerinnen angleichen.

Ein kultureller Unterschied und mal wieder ein diametraler. Irgendwann werden wir uns global vielleicht einigen können.

Aber so weit, wie es hier dokumentiert wird, muss es nicht gehen. Ich glaube, ich würde mich umbringen.

Mittwoch, Oktober 20, 2004

Absolventenbuch und die Suche nach einem Job einer Herausforderung

Ich habe letztes Semester mich in das Absolventenbuch der Uni eingetragen. Ich glaubte zwar nicht dass es irgendetwas bringen würde, aber man hörte ja immer wieder von irgendwelchen erfolgreichen Anwerbung-Storys via Absolventenbuch auf dem Campus.
Vor zwei Wochen klingelte bei mir am Abend so gegen 20 Uhr das Telefon. Da ich gerade auf dem Sprung war wollte ich gar nicht abheben, konnte es aber nicht lassen. Es meldete sich eine Frau:
„Spreche ich da mit Herr Va—zi—fe…“.. ja ja das sei ich erwiderte ich schnell, um sie von ihren Qualen zu befreien.
„Hallo meine Name ist Rxxxxxx von der Horbach Wirtschaftsberatung wir haben ihre Kontaktdaten aus dem Absolventenbuch und würde Sie gerne kennen lernen….“
Ich konnte es kaum glauben; ja, es gibt noch Wunder!!! Da ich bisher noch keine feste Stelle gefunden hatte verabredete ich mit ihr einen Termin für ein erstes Vorstellungsgespräch.

Man das läuft aber echt gut, dachte ich mir….Es sind kaum zwei Wochen her, da habe ich gerade meine Diplomarbeit abgegeben und schon kommen die Angebote von alleine…Es hat sich doch gelohnt auf einer Elite-Universität zu studieren!!!

Meine Begeisterung legte sich aber dann schnell als ich mich über das Unternehmen informierte. Die machen nichts anderes wie MLP, deren Hauptkonkurrent sie auch sind.

Ernüchternd fuhr ich dann eine Woche später nach Mainz zum Vorstellungsgespräch. Das Gespräch an sich lief sehr gut. Vielleicht auch gerade weil ich mit einer gleichgültigen Haltung an die Sache herangegangen bin; da ich wusste, dass es sich hierbei nicht um meinem Traumjob handelt.

Das Gespräch ging 1,5 Stunden. Sie erzählte mir, dass sie gerade am expandieren sein und deswegen gute und motivierte Leute suchen um anfangs des nächsten Jahres eine neue Geschäftsstelle in Frankfurt aufzubauen. Schön, dachte ich mir das klingt doch interessant. Eine neue Geschäftsstelle mit aufzubauen, - da hätte ich schon Lust. Nach einer Stunde signalisierte sie mir, dass ich wohl nach ihrem Eindruck den Job Kriegen würde, wenn ich auch in der zweiten Bewerbungsrunde -Vorstellungsgespräch in der Zentrale in Köln – einen guten Eindruck mache.
Danach kamen wir noch auf das schlechte Image der Finanzdienstleistungsbranche zu sprechen. Sie meinte, dass fast alle Gesellschaften –auch Horbach- in der Vergangenheit Fehler gemacht hätten. Horbach habe aber darauf reagiert. Für Horbach stehe jetzt Qualität im Vordergrund. „Unsere Qualität prägt den Markt“ sei schließlich die Unternehmensmaxime und keine Floskel.
Ich merkte noch an, dass das schlechte Image Hauptsächlich durch das Vergütungssystem der Berater verursacht worden sei. Wenn Berater 100% auf Provisionsbasis arbeiten müssen, dann sei natürlich die Qualität der Beratung für die angebotenen Dienstleistungen nicht mehr gewährleistet. Da schaute mich sie mich ein wenig verdudst an und meinte,…ja aber bei Horbach sei das auch so mit der 100% Provisionsbasis! Ab dieser Stelle war das Gespräch für mich gelaufen! Ich erwiderte, dass das für mich aber ein Widerspruch sei: denn ein Berater muss wohl dann zuerst auf -Teufel komm raus- seine Existenz sichern. Hierbei muss er so viele Dienstleistungen wie möglich verkaufen und kann aus diesem Grund seine Kunden, bei ihren Entscheidungen, nicht qualitativ gut beraten!

Sie versuchte dann durch irgendwelche, wie ich finde, komische sowie nicht allgemeingültige Argumente meine Bedenken zu entkräften. Aber hey, ich habe mich schon für mein Studium mehr als genug verschuldet, soll ich mich hier auch noch wegen einem Job verschulden? (man würde mir von Seiten des Unternehmens einen günstigen Kredit in der Anfangszeit gewähren!).

Für mich war es sowieso klar, dass ich den Job unter diesen Bedingungen nicht annehmen werde; trotzdem räumte sie mir einige Tage Gedenkzeit ein. Ich reif vorgestern an und sagte endgültig ab!!!!

Und ich habe immer gedacht, das Absolventenbuch bzw. –CD werde nur an Top-Arbeitgeber verkauft, da wir ja eine Top-Uni sind.

Telefonieren für umsonst, weltweit

Eigentlich müsste Domi das selber posten, weil er mich darauf hingewiesen hat (credits!). Gerade habe ich mit ihm übers Internet telefoniert, und zwar via skype. Allerdings sollte man dafür mindestens DSL haben, sonst ist die Qualität nicht so super. Man braucht nur ein Mikrophon und Lautsprecher, bzw. ein Headset.

Eine kurze Rezension gibt es hier.

In Mannheim vor einigen Semestern

Gestern habe ich nachgedacht, bei wem ich mich noch erinnern kann, wo ich ihn / sie das erste mal gesehen habe. Stimmt das mit euren Erinnerungen überein? Nachdem ich Psychologie gehört habe: wahrscheinlich nicht. Irgendwas ist ja immer mit der Erinnerung.


Amir: S 108 in Recht.

Atzman: Im Ostflügel, eine Übung (zusammen mit Böni).

Carsten & Stieberman: Auf Besuch in Atzes ganz alter Wohnung.

Claudia: Im A5, Makro (unbekannterweise; ich habe gedacht: 1. Hat die aber lange Haare; 2. Warum zieht sie ihren Mantel nicht aus?; 3. Ist sie Französin?) / Im BI bei einer Lerngruppe mit Amiro, der sie kurz vorher im Zug getroffen hatte.

Cindy: Hilf mir mal. Die früheste Erinnerung ist ein Gepräch vorm A5, aber das kann ja nicht sein.

Domi & Lolla: Die erste Erinnerung ist auf dem Schneckenhof und Lolla fand Shaggy´s "It wasn´t me" wohl ganz gut, in dem Moment.

Gregor: Auf der Mensawiese mit Niklas. Es ging um Volleyball.

Jan: Vor der Mensa mit Super-Pimp-Sonnenbrille, hockend.

Katharina: Im Waschkeller (Parkring!), mit Sportklammotten an, sehr blond (sie).

Lucie: Vor Atzmans alter Wohnung - auf Kurzbesuch und etwas verhalten (hehe).

Marci: Auf einer Mensa-Party; ich erinnere mich, dass sie vom Norden schwärmte und das Schleswig-Holstein Lied gesungen hat. Sie war schon immer sehr empathisch.

Niklas: Auch A5, vorgestellt von Dirk, weil wir den Nachnamen teilen.



Those were the days my friend
We thought they'd never end, etc. etc.


Dienstag, Oktober 19, 2004

Programmhinweis

Bei der momentanen Diskussion über die Höhe und den Sinn der GEZ-Gebühren möchte ich auf eine Sendung in der ARD hinweisen, die die gezahlten Gebühren wert ist.Polylux könnte man als ein Satire-Magazin bezeichen, was aber hervorragende Berichte sendet. Also wer Lust und Zeit hat sollte am Mittwoch 23.45 in der ARD unbedingt mal rein schauen.
Den Leuten die im Ausland sind oder kein Zeit oder Lust auf TV haben kann ich auch dieWebseite empfehlen.

Montag, Oktober 18, 2004

Every comment should include the word "poop"

Ich habe gerade ein neues Hobby entdeckt: Erstellen eines Psychogramms des durchschnittlichen Lesers des Blogs Dooce. Zugebenermaßen ist es oftmals nett geschrieben und man kann einen gewissen Esprit u.U. nicht abstreiten.

Aber was sagt es über die Leser dieses Blogs aus, wenn sie zum Verdauungs-Endprozess-Problem der Autorin sage und schreibe 478 Kommentare hinterlassen? Ich fürchte, nichts gutes...

BURLACK STORE



Hi,
wollte mal kurz auf eine Seite hinweisen, auf der ihr nette T-Shirts und auch andere tolle Sachen kaufen könnt. Die Sachen sind von dem Freund meiner Schwester entworfen. Also für alle die mal was "neues" tragen wollen schaut mal unter www.gummitypen.de vorbei.
Gruß
Domi

P.s. Habe natürlich auch schon eins und die Qualität ist echt top!!!

Mittwoch, Oktober 13, 2004

The Fog of War

11 rules from the life of Robert S. McNamara


#1 Empathize with your enemy
#2 Rationality will not save us
#3 There´s something beyond one´s self
#4 Maximize efficiency
#5 Proportionality should be a guideline in war
#6 Get the data
#7 Belief and seeing are both often wrong
#8 Be prepared to reexamine your reasoning
#9 In order to do good you may have to engage in evil
#10 Never say never
#11 You can´t change human nature


"We shall not cease from our exploration, and at the end of all our exploring, we shall arrive where we started and know the place for the first time."

T.S. Eliot



CDU Interna

Einge beschweren sich ständig, dass ich bloß passives CDU-Mitglied bin (jetzt ist es raus!). Aber ich muss gestehen: Mir fallen einfach nicht so spannende Aktionen ein, wie in der CDU-Aktions-Ideenbörse (kommt man nur als Mitglied rein - hier werden also absolute Interna verbreitet!).

Nett ist bestimmt die "Pflanzenbörse Bargteheide" - oder hier:

"Im CDU-Ortsverband Delingsdorf tuckert der CDU-Nikolaus mit einem Trecker durch das Dorf."

"Im CDU-Ortsverband Lörzweiler veranstaltet der Osterhase gemeinsam mit der Frauengruppe der CDU für die Kinder von Lörzweiler das traditionelle Ostereiersuchen auf einer Spiel- und Freizeitanlage." 

Ob damit Mitglieder für die CDU gewonnen werden können? Und vor allem: die richtigen? Vor allem jetzt, da Merz den Bettel hingeschmissen hat? Ich wage es zu bezweifeln.

Donnerstag, Oktober 07, 2004

Jobs und US-Präsidenten

Ist eine interessante Grafik, wie ich finde. Die Arbeitslosigkeit ist in USA zwar nicht hoch, obwohl G. W. Bush in seiner Amtszeit keine neuen Jobs geschaffen hat. Ich befürchte, dass er trotzdem die Wahlen gewinnen wird weil für die Amerikaner die innere Sicherheit nach den Anschlägen vom 11. Sept. 2001 die höchste Priorität besitzt.



Mich würde mal interessieren wie eine vergleichbare Statistik bei den deutschen Bundeskanzlern aussehen würde? Ich weiß nur, als Bundeskanzler Kohl 1982 die Macht übernahm lagen die Arbeitslosenzahlen absolut bei ca. 1,2 – 1,5 Mio. Nach 16 Jahren Kohl war die Arbeitslosenzahl auf 4 Mio. angeschwollen, wobei man ja noch die Sache mit der deutschen Einheit berücksichtigen muss. Schröders Bilanz nach 8 Jahren Regierung ist: 4,5 Mio. Arbeitlosen, Offiziell!

Mittwoch, Oktober 06, 2004

über Blogs

Es gibt vor allem zwei Probleme mit Blogs:

1. Es gibt viel zu lesen.
2. Hauptsächlich Leute, die selber Blogs haben, lesen Blogs.

NewsFire. Mac RSS with Style.

Sieht super OSX-haft aus und funktioniert entsprechend gut - wenn er auch auf den zweiten Blick hält, was er auf den ersten verspricht, wechsel ich von NetNewsWire auf NewsFire (Nothin' ain't worth nothin'... but it's free.)

Sonntag, Oktober 03, 2004

Sky Captain and The World of Art Deco, etc.

Manchmal vermischen sich persönliche Vorlieben mit autobiographischen Daten. Beispielsweise habe ich gerade einen Film geschaut, den ich sehr ´sophisticated´ finde: "Sky Captain and The World of Tomorrow" (NYT). Der Plot ist fast vernachlässigbar, aber die Umsetzung finde ich phantastisch. Sie ist von der Formensprache und Ästhetik eine Melange aus Fritz Langs Metropolis, Indiana Jones, Marvel Comics, Art Deco und dem Geist der Weltausstellung 1939; plus der Hauptdarsteller ist Jude Law!

Die autobiographische Note?:

Polly Perkins : ´Joe, just tell me the truth. I don't care either way, I swear. I just want to know. The girl in Nanjing... it was Franky Cook, wasn't it?´

Joe 'Sky Captain' Sullivan : ´Polly...!´




Und noch als Bonus ohne Bezug: George Soros bloggt.


Donnerstag, September 30, 2004

Ist Sex notwenig?

In Zeiten von Gent- und Biotechnologie kann man eigentlich auf Sex als Fortpflanzungsmittel verzichten! Kann man das wirklich?
Das Wirtschaftsmagazin Forbes zeigt anhand verschiedner medizinischer Studien auf warum Sex für unseren Körper trotzdem notwendig ist. Hier eine kurze Zusammenfassung:

- Reduced risk of heart disease

- Weight loss, overall fitness

- Improved sense of smell

- Reduced depression

- Pain-relief

- Less-frequent colds and flu

- Better bladder control

- Better teeth

Mittwoch, September 29, 2004

Mondfest und Nationalfeiertag

In meiner Doppelrolle als Student und Tourist war ich am heutigen - immer noch sonnigen und warmen - Tag an der Stadtmauer und den Ming-Gräbern in Nanjing. Da bekanntlich zur Zeit das Mondfest begangen wird, ist heute der Unterricht ausgefallen. Am ersten Oktober ist der chinesische Nationalfeiertag und darauf sind wiederum einige Tage frei. Die mehrtägigen Feiertage wurde in erster Linie eingeführt, um den Konsum an diesen Tagen zu erhöhen und die Rechnung geht bestimmt auf. Hier geht alles nur um Konsum!


Montag, September 27, 2004

Copyright in China

Got this Chinese chick, had to leave her quick
'Cause she kept bootleggin´ my shit - man

Lyrics: Jay Z - Girls, Girls, Girls - The Blueprint

12. Fachjargon nur in Ausnahmefällen benutzen

Gerade habe ich einige Vorschläge zu Kenntnis genommen, die das eigene Deutsch verbessern sollen. Davon war folgender Punkt 12:

12. Fachjargon nur in Ausnahmefällen benutzen.

Die Texte werden sonst schnell schwer verständlich und auch zu lang. Auch hierzu ein Beispiel:

Jargon: "Laien, d.s. im gegebenen Fall Personen ohne medizinisch fachliche Kompetenz,diagnostitizieren ihre eigene Krankheit oder die anderer Personen im Sinne eines überwiegenden intersubjektiv angenommenen Krankheitsverständnisses, das in einem wachsenden Umfang kognitiv begründet, jedoch im Kern auch sozial kodeterminiert ist. Jede von Laien gestellte Krankheitsdiagnose über ein Kranksein ist milieugebunden und reicht von der Bagatellisierung bis zur Hypersensibilisierung."

Kürzer: "Medizinische Laien beurteilen Krankheit je nach Person und sozialem Umfeldverschieden, wobei sie echte Krankheiten sowohl verharmlosen als auch übertreiben."

Davon abgesehen, dass dieser Tip natürlich sehr wertvoll ist, finde ich den Inhalt des Beispiels sehr interessant. Es ist wieder unglaublich, wie subjektiv wir uns und unsere Umwelt wahrnehmen. Hoffentlich kann man sich immer mehr davon befreien. Vielleicht hat das auch mit dem gerade angesprochenen Kommunikationsverhalten zu tun?

Andere Länder, andere Kommunikations-Sitten

Ich habe eine Frage an alle, die sich längere Zeit in einem asiatischen, arabischen (oder auch persischen) Land aufgehalten haben. Wie ich bereits mehrmals erwähnt habe, wird hierzulande eher lautstark kommuniziert. Ähnliches Kommunikationsverhalten habe ich auch bei arabischen Leuten gesehen. Auch in der Öffentlichkeit unterhalten sie sich mehr als angeregt miteinander.

Wenn das bei uns Nordeuropäern der Fall ist, handelt es sich zumeist um Belange von großer Wichtigkeit oder persönlicher Bedeutsamkeit, wenn in dieser Tonlage miteinander geredet wird.

Mir stellt sich damit die Frage, ob bei Asiaten und Arabern mehr persönliche Schicksalsschläge vorkommen als bei uns oder ob Dinge, die wir als nicht wichtig abtun, als sehr bedeutsam wahrgenommen werden. Leider konnte ich bislang den Inhalten nicht folgen, aber vielleicht ist es einem von euch mal gelungen...

Mir ist klar, dass es schwer ist, solche Dinge vom Einzelfall abstrahiert zu betrachten. Aber es ist nunmal eine Tatsache, dass hier Unterschiede in der Kommunikation vorliegen.

Freitag, September 24, 2004

Persepolis

Politische Comics haben seit Joe Sacco Hochkonjunktur. So auch die auf vier Bände angelegten Comics der 32-jährigen iranischen Comic-Zeichnerin Marjane Satrapi.
Marjane Satrapi ist die erste orientalische Comic-Zeichnerin, die überhaupt internationale Erfolge verzeichnen kann. Die in Teheran geborene Iranerin lebt allerdings seit ihrem vierzehnten Lebensjahr in Westeuropa: zunächst in Österreich, dann dauerhaft in Frankreich. Ihre Eltern hatten das Mädchen 1984 außer Landes geschickt, als absehbar wurde, daß die Repressalien des Mullah-Regimes in Iran gegenüber der Intelligenz des Landes weiter zunehmen würden.

Die New York Times ist in ihrer Rezension vom 22. August ganz begeistert von Marjane Satrapis Werke "Persepolis". NY-Times vergleicht ihre Comics mit Art Spiegelman´s "Maus".

Persepolis wurde 518 vor Christus gegründet, später zerstörte Residenz der Archämeniden, von den Griechen als die Stadt der Perser bezeichnet. Marjane Satrapi greift im Titel ihres autobiografischen Comics eine Tradition des iranischen Exils auf, indem sie an die Glanzzeiten Persiens und dessen Untergang, durch ihre Comics anhand aktueller Ereignisse, erinnert.
Die Autorin verbildlicht die Zeit zwischen 1980 und 1994 aus der Erinnerung, bwußt aus dem Blickwinkel des jungen Mädchens das sie damals war.

Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erfährt man im ersten Band Erhellendes über die islamische Revolution von 1979 und den Krieg mit dem Irak.



Der zweite Band befasst sich hauptsächlich mit der post-revolutionären Iran und die entsetzlichen Begleiterscheinungen des Iran-Irak Krieges.



: Hier noch die Rezension von Persepolis durch die Wochenzeitung die Zeit.

: Zudem gibt es hier eine slide-show aus Persepolis II

Mittwoch, September 22, 2004

Barrow, Alaska

Damit wir als Autoren nicht ständig im Mittelpunkt unseres bescheidenen Blogs stehen, poste ich ein paar Bilder meines alten Marine-Kameraden Torsten Sachs, der sich seit einiger Zeit am Barrow Arctic Science Consortium aufhält.





Und ich dachte schon, ich sei weit von der Zivilisation entfernt, aber es geht auch weiter und kälter. Allerdings reizt es mich schon, mir das anzuschauen. Vielleicht sollte ich mich einladen!

Good Bush Bad Bush

Hallo,

wollte mich aus dem unglaublich schönen Thailand, im etwas trüben aber trotzdem schönen Deutschland zurück melden. Bin ab jetzt wieder in Mannheim und werde hoffentlich bald mit den Recherchen für meine Diplomarbeit beginnen.

Bezüglich dem Titel dieses Posts habe ich ein Photo eines in Thailand erhältlichen T-Shirts beigefügt, dass ich sehr lustig fande. Übrigens wer mal relativ billig einen unvergesslichen Urlaub machen will sollte unbedingt nach Thailand fahren.

Domi

Die große Brücke in Nanjing

Hier gibt es eine sehr große Brücke über den Jangtse und wie man in diesem Artikel in der New York Times lesen kann, gibt es viele Menschen, die springen wollen und einen, der sie davon versucht abzuhalten. Woche für Woche. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber werde am Wochenende hinfahren und nach ihm schauen.

(Der NYT link generator funktioniert gerade nicht. Sobald es geht, werde ich den richtigen link einfügen. Mit dem jetzigen muss man registriert sein: Plainvanilla, plainvanilla77)

Dienstag, September 21, 2004

Bush´s Verfehlte Politik

Jetzt wo die US-Präsidentschaftswahlen Wahlen immer näher rücken und der Ausgang dieser Wahlen traditionell immer große Auswirkungen auf der ganzen Welt hat gibt es heute mal eine kleine Sammlung über die verfehlte Politik der Bush-Administration.
Das sind die Besatzungskoten der USA im Irak:





Cost of the War in Iraq

(JavaScript Error)






Ist wirklich unglaublich was man alles mit diesem Geld hätte anstellen können.

Beispielsweise würde nach Meinung von Experten eine jährlicher Entwicklungshilfe von 25 Mrd. US$ ausgereichen um die 10 ärmsten Nationen der Welt (inklusive Afghanistan) wirtschaftlich, politisch und Gesellschaftlich zu stabilisieren.
Das wäre eine weitaus effektivere als "The War On Terror"

Die Zeitung Independent hat eine interessante Sammlung von Fakten über Bush´s Politik der Doppel-Standards. Hier ein Auszug:

79 Percentage of the 11 September hijackers who came from Saudi Arabia.

0 Number of times Bush mentioned Saudi Arabia in his three State of the Union addresses.

3 Number of 11 September hijackers whose entry visas came through special US-Saudi "Visa Express" programme.

140 Number of Saudis, including members of the Bin Laden family, evacuated from United States almost immediately after 11 September.


Und wer hat nach Meinung des Bush Regierung zum Achse des Bösen gehört?

Diese Liste könnte unendlich weitergeführt werden; Wer will kann dies gerne im Kommentarbereich fortsetzen...

Samstag, September 18, 2004

Iran vs. China

Da Iran und inzwischen China zu signifikanten Nationen in unserem Blog geworden sind: ein kurzer Vergleich. In beiden Ländern sind größere Teile der Bevölkerung mit der Regierung, den Wertvorstellungen, dem politischen System, ihren Rechten nicht einverstanden und sie wollen einen Wechsel.

Anscheinend - und hier frage ich nach Gründen - hat das unterschiedliche Konsequenzen. Während man im Iran offensichtlich in die Opposition geht und das politische System wohl auch brachial ändern würde oder das zumindest versucht hat, findet dieser Umwälzungsprozess hier in China unter der Oberfläche der Medien und der öffentlichen Meinung statt.

Auch ist die Führung nicht so offensichtlich gespalten, wie das im Iran der Fall ist.

Liegt das an dem, was man gewöhnlich als Mentalität bezeichnet (also in der Bevölkerung begründet) oder eher an der Art der Unterdrückung und der Herrschaft der politischen Führung?

Shanghai Despot Chicken

Ok, einen habe ich noch, dann reicht´s vorerst mit den lustigen Namen. Aber der hier ist gut: Shanghai Despot Chicken...

Freitag, September 17, 2004

Nanjing Boomstar

Heute ein paar kleine Beobachtungen aus dem Alltag: In vielen Geschäften steht an der Kasse eine goldene Katze, die mit dem linken Arm wackelt. Wahrscheinlich soll das Reichtum etc. herbeiwinken. Wenn einer unserer werten Leser Näheres weiß, bitte Bescheid sagen. Marci vielleicht? Ich werde mich auch informieren.

Dann gibt es hier Tankwagen, die im großen Stil die Straßen mit Wasser besprengen. Dazu beschallen sie die Umgebung mit ziemlich nerviger - weil monotonaler elektronischer - Musik. Ich bin mir noch nicht klar, ob dass zu Reinigungszwecken geschieht, denn der Schmutz wird nicht weg- sondern nur bespült. Auch hier gerne Hinweise...

Dann war ich kurz im Wal-Mart, wozu ich nur sagen kann, dass ich das Angebot vor allem deshalb erstaunlich finde, als hier vor zehn Jahren noch mit Essensmarken der Regierung bezogen wurde, was an Nahrungsmitteln gerade da war.

Noch ein keiner Preis-Check: Dose Cola 25 cent, Busfahrt 20 cent, CD 60 cent. Wetter-Check: immer noch sommerlich warm, Polo-Hemd, ab und an erfrischender Regen. Ich hoffe, der Winter wird auf seine Art ebenso angenehm. Sprach-Check: mit 这个 (zhe ge = das da) kann man alles kaufen und bestellen, wenn man drauf zeigen kann; allerdings ist es wenig elegant - aber Hauptsache satt geworden. Dienstleistungs-Check: Bedienung zu Kunde gestern im Restaurant: 7/5. Alles ok!

Schließlich noch ein kleines Bild aus der Umgebung - die Werbung für die Dienste einer Rechtsanwaltskanzlei (übrigens direkt neben der Polizeistation). Während man bei uns in dieser Branche um Diskretion und Zurückhaltung bemüht ist, zeigt man hier, was man hat und nennt das auch noch BOOMSTAR. Das ist aber sehr typisch für Übersetzungen aus dem Chinesischen; sie entbehren meistens nicht einer gewissen Komik.



Mittwoch, September 15, 2004

Diplomarbeit abgegeben

Ich habe am Montag meine Diplomarbeit abgegeben. Da man ja in einer Diplomarbeit keine Widmungen rein schreiben sollte, hole ich dies hiermit auf unserem
Blog nach:

An dieser Stelle wollte ich mich bei Bernd B., Steffi E., Axelus und Claudia für ihre wertvollen Korrekturarbeiten bedanken. Danke geht auch an die deutsche Auslandshandelskammer im Iran die mir die notwendigen Informationen zur Verfügung stellte

Nun geht diese verdammte Jobsuche los! Eigentlich habe ich gar keine Lust auf diesen Bewerbungsstress!! Nichts desto trotz werde ich mich als erstes einmal an den Stellen wenden die mich schon bereits kennen, und die mir bereits ihr Interesse signalisiert haben: Bis nächste Woche will ich meine Bewerbungsunterlagen an die AHK im Iran, an die österreichische Botschaft im Iran sowie BASF-Iran gesendet haben.

Wir wissen ja alle aus der Psychologie Vorlesung, dass Interesse nicht zwangsläufig zum zielgerichteten Verhalten führen muss. Deswegen mache ich mir bei diesen Bewerbungen keine falschen Hoffnungen.

Nein, ich muß auch nicht unbedingt nach Iran!! Es wäre aus verschiedenen gründen nur schön, mal für zwei bis drei Jahre von hier weg zu kommen. Außerdem hätte ich wirklich mal Lust mein gesamtes Wissen über die iranische Wirtschaft in konkrete Projekte umzusetzen.

Ich bin gespannt wie das alles weiter gehen wird….

Löcher in den Firewall schlagen

Eine der interessanten Internet-Einsichten hier in China ist für mich, dass es im Internet keine wirkliche und wirksame Kontrolle geben kann. Zwar versucht die Regierung, mit Hilfe eines nationalen Firewalls die Bevölkerung davon abhalten, Inhalte abzurufen, die sich nicht für richtig hält.

Aber das ist unmöglich. Es ist wie ein Drache, dem ein Kopf abgeschlagen wird und dafür zwei nachwachsen. Bekanntlich ist meistens Blogger.com geblockt (u.a.). Gestern ging´s auf einmal, heute wieder nicht. Aber es gibt immer ein weg. Z.B. habe ich darauf hin bei einem chinesischen Blogger gelesen, wie´s geht:

nile provides a new way to access blocked web sites in China. It's no neccessary to set up any proxy, just extend a url with such a domain name (.nyud.net:8090), e.g. if you want to access cnn.com, just type http://www.cnn.com.nyud.net:8090. It's fast and stable to access most of the blocked site in China.

Zur Zeit ist China eine Mischung aus DDR und USA...

Montag, September 13, 2004

I Like Chinese

Was man am Wochenende gerne mal tun kann: In das IT-Viertel einer
chinesischen Millionenstadt gehen. Dort tummeln sich so viele Menschen
als würde bei Aldi eine Best-of-Marianne-und-Michael Kollektion und
Erdbeereis verschenkt. Es wird gekauft ohne Ende und nachträglich muss
ich Lars Windhorst echt Respekt zollen. Er hat´s verstanden (leider
auch vergeigt). Ich habe mir eine 128 MB-Flashcard für schlappe 20 Euro
gekauft. iPods und ähnliche High-Profile Produkte sind natürlich genau
so teuer wie bei uns.

Was nicht so erbaulich ist: Der Umgang mit der Natur. Ich habe es in
meiner letzten Liste mit dem Wasser bereits angedeutet. In
diesem Artikel der New York Times kann man
sich über die Nutzung der Flüsse als große Abfall- und
Abwasser-Sammelbecken informieren. Neben dem offenbaren Ausmaß der
Verschmutzung wundert mich, dass von der Bevölkerung nicht der
Zusammenhang gesehen wird zwischen der Verschmutzung und ihrer
Erkrankung.

Aber ich denke, dass man sie dann auf kleinerer Ebene ´erziehen´
müsste. Es wird zu Hause einfach das nicht mehr benötigte Kochwasser,
etc. auf die Straße gekippt. Es besteht kein Verständnis für derartige
hygienische Probleme. Das selbe mit dem ständigen Spucken. Auch der
Zusammenhang zur Gesundheit wird offensichtlich nicht gesehen.

Aber das wird sich sicherlich anlässlich der kommenden olympischen
Spiele noch ändern.

A propos New York Times. Ich habe noch kein System beim Blocken von
websites entdecken können. Die NY Times ist zugänglich, TIME Magazine
aber nicht...

Ansonsten sind Anfang Oktober in China Feiertage, so dass eine Woche
frei sein wird. Vielleicht reise ich mit einigen Mitstudenten in ein
paar andere Städte, Xian z.B. Vielleicht aber auch nicht, da ich mich
noch über die Belastung der touristischen Infrastruktur informieren
muss. Wenn ganz China auf den Beinen ist, dann sind auch die Hotels
belegt, die Züge voll, etc.

Am kommenden Wochenende fahren wir jedenfalls nach Shanghai und nachdem
ich dort bloß meine ersten Gehversuche in China gewagt habe, gibt es
noch viel zu sehen.

Ein Beitrag von J. Philipp Bohn

Sonntag, September 12, 2004

Auswege aus dem moralischen Dilemma – Should I Rip This?

Seit neuestem sind im USA, Deutschland und andere westlichen Nationen harte Urheberschutzgesetze durchgesetzt worden, die quasi auch Sicherheitskopien für private Zwecke als illegal einstufen.
Hierbei wollte ich mich bei der Musikindustrie-Lobby bedanken, die uns diese Gesetze beschert hat. Mir war die große Gefahr die von diesen Schwarz-Brennern bzw. –Downloadern ausgeht gar nicht bewusst!! Seht selbst:



Abgesehen von der rechtlichen Sphäre sollte sich jeder von uns fragen ob es moralisch richtig eine CD in mp3 umzuwandeln –bevor noch die arme Musikindustrie pleite geht!! Hier eine Entscheidungserleichterung:




Das Bild kann man sich auch größer auf dieser Seite betrachten.

Donnerstag, September 09, 2004

Living La Vida Europa

Nachdem wir heute in Sheraton Nanjing beim All-You-Can-Eat Brasilianer
waren (alles zusammen 3,60 Euro), kann ich bereits drei Phänomene
erkennen, die für mich das westliche Lebensgefühl ausmachen:

1. Immer und überall über alles Information erhalten zu können.
2. Bis zur Oberkante mit Fleisch vollgefressen zu sein.
3. Disziplin im öffentlichen Leben.

Ersteres ist sicherlich eine kulturelle Leistung, über zweiteres und
drittes lässt sich streiten.

Ansonsten hat sich eine gewisse Tages- und Wochenroutine eingestellt.
Unterricht ist zumeist von acht bis zwölf Uhr, danach wird in einem
Restaurant (oder eher: Bude) für maximal ein Euro gut gegessen; dann
noch lernen etc. Am Wochenende würde ich gerne an den Yangtse fahren.
Vielleicht gibt´s dann sogar mal ein Bild - wer weiß...

Schließlich habe ich gelernt, dass Fahrräder ohne Nummer (also
beispielsweise meins) illegal sind. Es handelt sich um geklaute Ware.
Aber zumeist wird man als Ausländer darauf nicht angesprochen. Und wenn
doch, sagt man einfach ´Bu dong´ (Ich verstehe nichts). Kein Problem
also und nichtmal gelogen.

Ein Beitrag von J. Philipp Bohn