Dienstag, August 31, 2004

Don´t Drink and Drive

Die iranischen Strassen gehören zu den gefährlichsten weltweit. Die Sterblichkeitsrate bei Unfällen liegt bei unvorstellbar hohen 18,5 %. Man schätzt dass in den letzen zehn Jahren über 380 000 Menschen durch Verkehrsunfälle auf den iranischen Straßen umgekommen sind.
Es gibt sehr viele Gründe warum diese Zahl so hoch ist: unsichere und sehr alte Autos, schlechte Straßen, mangelnde Ausbildung der Fahrer sowie mangelnde Sicherheitsstandards bei Güterverkehr via LKW. Beispielsweise sterben alleine auf der Strecke Teheran-Chalus, welches die Hauptstadt mit der beliebten Ferienregion am Kaspischen Meer verbindet, mehr als 360 Personen im Jahr.
(An dieser Stelle Gruß an Marko S. und unseren gemeinsamen Erinnerungen auf dieser Staße!)

Doch seit neuestem steigt die Zahl der Verkehrstoten, zumindest in Teheran, aus einem anderen Grund. Immer häufiger spielen Drogen und Alkohol eine entscheidende Rolle bei den Unfällen in der Stadt - insb. bei Unfällen durch Jugendlichen . Die teheraner Polizei hat jetzt aber für diese Fälle aufgerüstet! Bald gehören Verkehrskontrollen mit Alkoholmessapparate (oder wie nennt man diese Geräte sonst?) zum Standartausrüstung der Verkehrspolizei!!!!
In einem Land, welches Alkoholkonsum mit Auspeitschungen bestraft, ist das schon eine unglaubliche Angelegenheit.

Hier noch die Seite der Teheraner Verkehrskotrolle mit einigen LiveCams aus den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten der Stadt. (werden alle 2 Minuten aktualisiert)

Montag, August 30, 2004

Yue Lan

Heute Abend mit ich noch mal raus gegangen, da eigentlich der Feiertag Yue Lan (Feiertag des Hungrigen Geists) stattfinden soll. Leider habe ich zumindest auf den Straßen nichts dergleichen gesehen. Während des siebten Mondes glauben die Chinesen, dass die Tore zur Unterwelt geöffnet sind und hungrige Geister auf der Suche nach Nahrungsmitteln sind.

Im Gedenken an ihre Vorfahren zünden die Familien Räucherstäbchen an und bieten ihnen Essen an, um Unglück abzuwenden. Darüber hinaus werden Gegenstände verbrannt, die den Geistern ein komfortableres ´Leben´ ermöglichen sollen; dabei handelt es sich auch um Falschgeld, welches extra zu diesem Zweck hergestellt und gekauft wird. Nach fünfzehn Tagen ist alles vorbei und die Geister kehren zurück, wo sie hergekommen sind.



Aber ich habe auch tagsüber nichts von irgendwelchen Vorbereitungen mitbekommen. Normalerweise sind die Leute immer erwartungsfroh, wenn sie offiziell was feiern sollen. War aber nicht der Fall und auch Falschgeld habe ich nicht gesehen (hoffe ich). Möglicherweise feiert man es hier nicht oder nur im Familienkreis.

Dafür habe ich en passant herausgefunden, dass die Friseursalons nachts ihre Funktion wechseln. Das war mal wieder was für meine schwachen Nerven und empfindliches Moralempfinden, wie ihr euch denken könnt.

Gartner's Hype Cycle

Ich liebe Diagramme und Kurven, die das Leben leichter und erklärbarer machen. Beispielsweise den Hype Cycle von Gartner Research. Es ist ganz interessant, die verschiedenen neuen und neueren Technologien dort aufzutragen.



PS: Zum Thema Geld verdienen in China - die Kurven verlaufen im Vergleich zu Europa und Amerika sicherlich zeitlich verschoben und ein internationaler BWL-Student kann sicherlich ´gaps´ ausmachen, die den richtigen Export- und Produktionszeitpunkt erkennbar machen.

Fernost-Touristen-Bingo

So - ich fühle mich wie in einem Strategie-Computer-Spiel. Erstmal gibt es auf der Karte einen kleinen sichtbaren Ausschnitt: Die Stelle, wo man ausgesetzt wurde. Je weiter man sich von dort fortbewegt, um so größer wird die sichtbare Fläche und das Schwarz weicht zurück; zwar langsam, dafür stetig.

Ich habe mich also zu Fuß immer weiter von meinem Raum gewagt und schon mal die wichtigsten touristischen "Stimmt also"- und "Da-sieht-man-mal"-Erlebnisse gehabt. Ich möchte sie mal in loser Reihenfolge aufzählen und habe sie visuell undokumentiert gelassen, da sie sowieso aus Reiseführern und vox-Reisemagazinen bekannt sind:

- Fährräder und daraus zusammengesetzte Verkehrsmittel in allen Variationen und Mengen sowie mit allen nur erdenklichen Beladungen.
- Die sprichwörtlichen "Gegensätze zwischen Arm und Reich" (wird in die Touristen-Etymologie-Sammlung aufgenommen); dargestellt am Beispiel von Garküchen und Wohn-Kaschemmen, an denen der Transrapid (hier: Maglev; der Name lässt eher auf eine chinesisch-französische als chinesich-deutsche Kooperation denken) vorbeirauscht.
- Hühner und sonstige eher ungewohnte Lebensmittel in besagten Garküchen ausliegend.
- Herrschaften, die einem Uhren und sonstiges West-Gedöns andrehen wollen (´Xiexie´).
- Niedliche chinesische Kinder ("Biewel"), die einen erfreut anlachen; wahrscheinlich, weil man so lustig aussieht.
- Billigste Preise, wohin man schaut (ich denke die ganze Zeit: wie kann ich in diesem Land mit diesen Leuten Geld verdienen?; wäre doch dumm, wenn man die Kostenvorteile hier nicht nutzen würde. Vorschläge oder unbefriedigte Konsum-Bedürfnisse eurerseits?).

Ihr seht, einen beträchtlichen Teil der Kästchen habe ich auf meiner Bingo-Karte bereits abhaken können. Einige Dinge, die man erwartet, lassen jedoch auf sich warten. Z.B. habe ich erst ca. einen Chinesen gesehen, der herzhaft auf den Bürgersteig gerotzt hat. Scheint also doch keine so verbreitete Sitte zu sein. Allerdings - so sagte die herzige Amerikanerin, deren Bekanntschaft mir der Flug nach Dubai verschafft hat - spricht man hier vom sog. ´Dragon of the Morning´. Da ich in der Früh meistens noch geschlafen habe (oder heute: eingeschlafen bin), kann es sein, dass ich dieses Spektakel verpasst habe. Jedenfalls waren die Bürgersteige wieder trocken, als ich losgegangen bin.

Was ich ebenfalls nicht gesehen habe, sind die Seidenblusen, die man in unseren heimischen Asia-Läden als typische chinesische Tracht erwerben kann (mit Steh-Kragen, wohlbemerkt). Vielleicht trägt man sie woanders oder zu anderen Zeiten, jedoch nicht hier und jetzt. Bekleidungstechnisch bieten sich dem Durchschnittsbürger dieser Gegend noch nicht so viele Ausdrucksmöglichkeiten der eigenen Persönlichkeit, bzw. dem, was man dafür hält. Diejenigen, die anders aussehen, sind entweder Geschäftsleute oder Erinnern mit ihren T-Shirts an das Schaffen der New York Mets oder daran, dass von Dutch gerade unheimlich viel Kohle macht (leider nicht mit ihnen).

An nennenswerten Sehenswürdigkeiten habe ich noch nicht so viel zu bieten. Ich finde den Alltag noch bestaunenswert genug. Deswegen habe ich mich ziellos vage Richtung Bund bewegt. Als ich mir überlegt habe, mal wieder zurück zu gehen und deshalb - meinem soliden Orientierungssinn folgend - rechts abbog, stand ich schon fast wieder vor meiner Haustür. So kann´s gehen. Vielleicht wäre ein Blick auf die Karte doch nicht schlecht gewesen (an dieser Stelle sei euch gedankt, die ihr mir den Reiseführer zum Geburtstag geschenkt habt).

Als ich vor einem Messegebäude ein Plakat sah, das eine deutsche Textilmesse verhieß, dachte ich (gemäß der einen Zeile aus T. Gerhards Ballermann-Film, der seine Entstehung rechtfertig): "Endlich normale Leute" - aber leider geht die erst morgen los...

Sonntag, August 29, 2004

Perfektion in der Werbung

Passend zur vorigen Anmerkung über die Werbung hier in China bin ich auf die Meinung von JvM dazu gestoßen:

"Faszination beginnt dort, wo die heile Werbewelt aufhört. Erst menschliche Schwächen machen einen TV-Spot merkfähig. Weil Perfektion austauschbar ist und innerhalb der Werbung weder differenziert noch reizt. Weil Perfektion schlicht und einfach langweilt."

Dabei muss man sagen, dass für uns Europäer die Faszination dort beginnt, wo die heile Werbewelt aufhört. So viel ich mitbekomme, beginnt und endet sie für den chinesischen Verbraucher genau dort. Die Frage ist nun, ob das mit der noch geringen Erfahrung als Konsument und Werberezipient oder mit der Mentalität zu tun hat. Ich tippe auf Ersteres.

Medien in China

Wir sehen und hören in Europa zwar meistens Schrott, aber wenigsten können wir uns aussuchen, welchen Schrott wir sehen. Zumindest hier im Studenten-Hotel gibt es nur das staatliche Fernsehen und das setzt sich vor allem aus diesen Elementen zusammen:

1. Sozial-Dramen, gegen die GZSZ eine hochprofessionelle und schauspielerisch anspruchsvolle Produktion ist, die ausgezeichnet gehört.
2. Groß-Veranstaltungen, in denen stets ganz viele Leute synchronisierte Bewegungen machen und eine Menge Proklamationen gemacht werden (vielleicht wäre es spannender, wenn ich mehr verstehen würde).
3. Herzblatt
4. Aus aktuellem Anlass: Endlos-Schleifen mit dem Sieg der chinesichen Volleyball-Mannschaft gegen Russland, gerne auch mit Streichern unterlegt und in Zeitlupe. Alternativ: Endlos-Schleife des Gold-Sieges im Turmspringen.
5. Werbung für West-Produkte, die das Leben endlich lebenswert machen und nach deren Konsum man ein echt toller Typ ist. Vom Aufbau wie bei uns vor einigen Jahrzehnten.

Wem das alles zu kritisch war, der sei erinnert, dass es hier nur um den Ausschnitt medialer Versorgung geht, den ich bislang erlebt habe. Zusammen mit der Tatsache, dass Blogs hinter dem nationalen Firewall bleiben, bin ich also mit diesem Teilaspekt fernöstlichen Lebens nicht so zufrieden.

Exkurs: Der Vergleich zu Dubai lehrt, wie man aus den verbotenen medialen Angeboten die Einstellungen und Werte eines Landes herauslesen kann - in Dubai kann ich nicht bild.de lesen, weil die Inhalte nicht mit den Werten des Emirats übereinstimmen. Dafür ist Bloggen kein Problem. In China: vice versa. In Deutschland: Wer kann´s wissen; vielleicht gibt es bei uns auch einen Firewall...?

Ansonsten habe ich den ersten Tag gut bestanden. Ich kehre zurück zu den ersten Tagen meiner Selbständigkeit, während derer ich mich gefreut habe, alleine Einkaufen zu können und nach Hause zurück zu finden. Aber das ist doch schon mal was wert und ich bin froh, hier sein zu können. Morgen fahre ich ins mehr zentrale Shanghai.

Thailand

An euch alle ein freundliches Sawadee aus Thailand! Wollte mivh auch mal auf diesem Weg melden. UNs geht es sehr gut und wir geniessen die Zeit im schoenen und liebenswerten Thailand. Haben eben fuer etwa 1 Euro ein super Mittagessen gehabt und sonst ist die Welt hier auch noch in Ordnung.
Noch eine kurze Geschichte zum Thema deutschem Reihnheitsgebot. Bei unserem Zwischensopp in Dubai musste ich in einem Supermarkt feststellen, dass dort von Holsten, Erdbeer und Apfel-Bier angeboten wird. Hab diese Mischung aber nicht probiert...
Bis bald
Domi

P.s. das Posten aus Thailand funktioniert wohl im Gegensatz zu China...

Samstag, August 28, 2004

Von jetzt an aus dem Reich der Mitte

Anscheinend ist es doch möglich, Beiträge zu posten; aber anschauen kann ich sie leider nicht. Wenn sich also herausstellt, dass ihr in der ´freien Welt´ Zugriff habt, kann ich doch diesen Kommunikationskanal nutzen. Vieleicht werden Kommetare via RSS für mich sichtbar.

Mehr später!

China blogt blockt Blogger!

Wie mir gerade Philippo, der sich seit heute in Shanghai befindet, mitteilte blockt China den Zugriff auf Blogger.com, - unserem Blog-Hoster.
Willkommen im Reich der Mitte!!

Dienstag, August 24, 2004

Gmail-Account

Wenn einer unserer Leser an einem Gmail-Account interessiert ist - bitte bei mir melden; ich kann gerade jemanden ´inviten´.

Montag, August 23, 2004

Hey Apple, Don't Break My iPod!, Teil II

Da Eigenlob stinkt, wollen wir uns lieber selbst beweihräuchern: Während wir über Real´s Petition gegen Apple bereits am 17. August berichteten (s.u.), tat das Forbes erst am 20. Das macht einen Blog-Vorsprung von drei Tagen!

Aber - zugegebenermaßen - der Beitrag von Forbes ist natürlich insgesamt betrachtet professioneller und gehaltvoller. Wahrscheinlich haben wir damit schon ein Vorteil/Nachteil-Paar von Blogs vs. herkömmlicher Presse identifizieren können.

Wir sind das Volk, Teil II

Offenbar fühlt sich das deutsche Volk angesprochen, wenn es von Bild.de ein Produkt angeboten bekommt. Nähreres dazu im Fachblatt w&v.

Sonntag, August 22, 2004

Marketing: Blogs und Preispolitik

In dem Beitrag von Marketingprofs.com werden zehn Unternehmen vorgestellt, die verpasst haben Blogs in ihren Markring-Mix zu integrieren. Überraschenderweise sind einige sehr bekannte Namen dabei:

1. Newman's Own Organic Dog Food
2. Teva Sandals
3. Starbucks Coffee
4. Rowenta
5. Pomegranate Juice
6. DaimlerChrylser
7. WD-40 Company
8. Dittie
9. Trojan Condoms
10. Spider-Man


Spider-Man ist zwar kein Unternehmen, es steht hier viel mehr als synonym für die Firmen Sony, Marvel und LEGO die trotz ihres hervorragenden Merchandising, kein Platz für Blogs in ihrem Marketing-Mix hatten.

Hier noch ein Thema, welches mich an meinem Marketing Prof. Hombes erinnern lässt, der immer schon sagte, dass die Preispolitik wohl das am stiefmütterlichsten behandelte Marketinginstrument sei, da Preise mehr aus dem Bauch heraus und nicht als Ergebnis strategischer Planung festgelegt werden.
Einen interessanten Streifzug durch die Möglichkeiten des Preismanagements macht ein Artikel in der FTD: Im richtigen Preis steckt viel Potenzial für Marke und Gewinn.

Freitag, August 20, 2004

The Truth in Advertising

Was freue ich mich schon auf die Zeit nach dem Studium - auf Besprechungen, Power Points und Telefonate rund um die Uhr und die ganze Woche. Das wird lustig.

Schneller Internetzugang und Quicktime 4 benötigt.

Die faire Globalisierung

Terrorismusbekämpfung allein durch militärische und politische Maßnahmen reicht nicht aus um langfristige Stabilität in der Welt zu Garantieren. Darüber hinaus sind noch Maßnahmen wie Entwicklungspolitik und ein fairer Welthandel zwischen den Staaten notwendig. Es wird im Allgemeinen bestätigt, dass positive Wirtschaftliche Entwicklungen einen großen entscheidenden Beitrag zur Demokratisierung von armen und totalitären Ländern leisten.

In der öffentlichen Diskussion wird viel über die Vorteile der Globalisierung, die sich für die Entwicklungsländer ergeben gesprochen - was auch grundsätzlich nicht falsch ist. Doch in der Realität ist eine große Diskrepanz zwischen den Theorie und Praxis bei den Handlungen der Industrieländer feststellbar.

Vor allem USA und die EU, die immer große Töne spucken wenn es um den freien Welthandel geht, verhalten sich in vielen Bereichen sehr protektionistisch, insbesondere wenn ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen bedroht sind.
Diese Staaten definieren Globalisierung sehr stark opportunistisch. Beispielsweise schottet sich Europa auf dem Agrarmarkt fast komplett gegenüber Importwaren ab. Zu dem macht sie durch ihre hoch Subventionierten-Produkte in diesem Bereich, die Agrarmärkte vieler Entwicklungsländer kaputt.
Aber auch die USA, die Verfechter für eine freie Weltwirtschaft, verhalten sich nicht viel besser. Die Amerikanische Baumwoll-, Stahl- und Textilbranche dienen hier als sehr gute Beispiele.

Andererseits aber müssen/dürfen die Entwicklungsländer keine Schutzschranken für die heimische Wirtschaft aufbauen, da sie sonst mit Kürzungen bei der Entwicklungshilfe sowie Kürzungen aus Krediten aus internationalen Fonds der IMF und Weltbank, bestraft werden.

Internationale Austauschbeziehungen, vor allem im wirtschaftlichen Bereich sollten aber immer fair gestaltet werden. Die Vorteile liegen auf der Hand:

: Die Konsumenten in Europa und USA erhalten bessere Produkte zu einem niedrigeren Preis. Da sowohl Subventionen für die heimische Wirtschaft, die über die Steuern gezahlt werden, wegfallen, als auch qualitativere Produkte zu einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis verfügbar werden.

: Die Schwellenländer werden weniger anfällig für Terrorismus und sonstige politische und gesellschaftliche Katastrophen.

: Verkrustete wirtschaftliche Strukturen in einigen Brachen der Industrienationen werden durchbrochen.

Deswegen war es eine richtige und wichtige Entscheidung der Entwicklungsländer die letzte WTO-Runde platzen zu lassen.

Mittwoch, August 18, 2004

W.´s faule Tricks!



Er hat schon immer mit faulen Tricks gespielt!

: Hier noch ein interessanter Beitrag zu Rugby "and the male gay Body"

Dienstag, August 17, 2004

Hey Apple, Don't Break My iPod!

Real Networks hat eine tolle Petition gestartet, um Apple (1984) davon abzuhalten, Musik für den iPod nur via iTunes verfügbar zu machen. Der Schuss ist leider nach hinten losgegangen, wie die abgegebenen Stimmen vermuten lassen.

"Nice try, Real, keep on playing. Apple isn´t perfect, but it rulez!"

Montag, August 16, 2004

Die kommerziellen Spiele von Athen

Ein beweis wie kommerzialisiert inzwischen schon die Olympischen Spiele sind, zeigen die Zutrittsregeln zu den Spielen die mittlerweile werbetechnisch verschärft worden sind.
Hier ein Auszug:

5. Prohibitions and Restrictions
5.1 The following items may not be brought into venues: […] flags of non-participating countries, flags of participating countries that are larger than approximately 2 x 1 meters, […] flag poles, signs, umbrellas, commercial items with obvious logos of competitive companies to sponsors (hats, T-shirts, bags, etc.)


Wer Taschen, Kopfbedeckungen oder T-Shirts mit Werbung oder Logos von Wettbewerbern der Sponsorfirmen anhat, darf also nicht aufs Olympische-Gelände! Das bedeutet, dass also die Zuschauer der einzelnen Veranstaltungen beispielsweise Turnschuhe der falschen Marke auszuziehen oder von ihren typischen Erkennungszeichen zu befreien. Wer das falsche T-Shirt anhat, muss dieses zwar nicht ausziehen, doch den Aufdruck nach innen drehen. Auch T-Shirts mit einzelnen Buchstaben sind unerwünscht, da sich Gruppen so zusammensetzen könnten, dass sie einen lesbaren Ausdruck ergeben. Natürlich sind ja auch keine PET-Flaschen oder ein Getränk im Pappbecher von Burger-King oder Pepsi erlaubt. Es könnte ja sein das so ein Pepsi oder Nike Logo vor eine olympische Fernsehkamera geraten kann, und das wäre ja kostenlose Werbung für die nicht Sponsoren.

Das ist Branding in vollen Zügen… so lasst uns die Spiele im Zeichen von Frieden und Kommerz beginnen!

Nur noch 19 Wochen bis Weihnachten

Jetzt schon mal an Geschenke denken!

Hinnerk

Ohne sonstige Intention oder Aussage an dieser Stelle: Aber irgendwie belustigend und arg konstruiert finde ich einige der Aktivitäten schon - besonders auch die gelungenen Wortspiele à la "Gaymeboys". Ließt sich wie das um Launigkeit bemühte Programm des Sommer-Ferienpasses gemischt mit bestem asta-Kampfvokabular. Zur Auslebung des eigenen Stereotyps wird ins "Café Stößchen" geladen. (Ich fürchte, ich bin doch eine Spur tendentiell geworden)

Freitag, August 13, 2004

USA - Land der Freiheit?

Neues aus dem Land der manchmal eher begrenten Möglichkeiten. Der US-Bundesstaat Kansas hat alle CD's von Notorious B.I.G. und Outkast entfernen lassen. Der Justizminister des Bundesstaates, Phill Kline, ließ verkünden, dass die Werte der Künstler nicht mit denen der meisten Einwohner seines Bundesstaates im Einklang stünden:
"We feel we removed most of the albums that did not mesh with the values of a majority of Kansans."
Neben B.I.G. und Outkast hat es unter anderem auch die Stone Temple Pilots und die mittlerweile aufgelöste Formation Rage Against the Maschine erwischt.

Dienstag, August 10, 2004

Ku(h)ltur Teil II: Politische Ku(h)ltur

Der Sozialdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in die Regierung, die ihre Kühe besteuern. Das zwingt sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, nehmen dieses Geld kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen die rechtschaffen.

Der Grüne
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie wählen Leute, die Ihnen vorschreiben, ihr Grundstuck extensiv nur mit der Kuh zu nutzen und diese einmal täglich mit Bachblüten zu futtern, die am dritten Tage nach dem Vollmond geerntet werden müssen. Sie geben Ihrem Nachbarn eine Kuh ab mit der Auflage, sein Hausdach zu begrünen und der Gesellschaft gegen die Ächtung lesbischer Kühe beizutreten. Einmal im Jahr veranstalten sie einen Workshop zum Erfahrungsaustausch mit haltern Homosexueller Stiere.

Der Christdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie behalten eine und schenken ihrem Nachbarn die andere. Danach bereuen Sie es.

Der Freidemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Und?

Firmen-Etymologie

Wenn ihr euch schon immer mal gefragt habt Diese Worte als Textbeginn sind gar gräulich. Deshalb spare ich mir das und weise darauf hin, dass es bei Wikipedia eine Liste mit den Bedeutungen einiger Firmen einzusehen gibt, z.B. Adobe oder Atari.

Nochmal zurück zum schlechten Deutsch des Anfangs: Wer seine Sprache stilistisch verbessern will, kann sich hier Anleitung holen (pdf Datei).

Sonntag, August 08, 2004

Welt mit Werbung

Da wir nun mit Sicherheit sagen können, dass Werbung selbst im Amazonas-Gebiet nicht wegdenkbar ist, arrangieren wir uns lieber mit ihr.

Daher im link dump des heutigen Tages das Werbewunderland - ein Werbetexter blogt.

André Kemper und Michael Trautmann gründen eine neue Agentur in Hamburg. Vielleicht hat Anne mehr Ahnung und kann uns was erzählen; auf jeden Fall schnell querlesen bei der FTD.

Wenn der Rezipienten-Nutzen offensichlich ist, die ganze Geschichte auch nicht auf die Nerven geht und hübsch ausschaut, finde ich Marketing auch gut. Z.B. die Mixed Tapes von Mercedes-Benz.

Und als Abfallprodukt der Recherche-Arbeit: Wer wird gerade in der Absatzwirtschaft mit einer Kolumne gefeatured? Richtig, unser Hombes, der beste Deutsche und drittbeste Europäer der Professoren-Weltrangliste der AMA.

Schließlich bin ich auf IT&W gestoßen. Auch für Mac-Nutzer gibt´s eine Sektion.

Samstag, August 07, 2004

Ku(h)ltur Teil I: Landesku(h)ltur

Japan

Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe gezüchtet und geben das Zwanzigfache der Milch.

Deutschland

Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere „redesigned“, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub.

Italien

Sie besitzen zwei Kühe, aber sie wissen nicht, wo sie sind. Während Sie sie suchen, sehen Sie eine Schöne Frau. Sie machen eine Mittagspause. Das Leben ist schön.

Russland

Sie besitzen zwei Kühe. Sie zählen jedoch fünf. Sie trinken noch mehr Wodka. Sie zählen erneut und kommen nunmehr auf 42 Kühe. Hocherfreut zählen Sie gleich noch mal und jetzt sind es zwölf Kühe. Enttäuscht lassen Sie das zählen sein und öffnen die nächste Flasche Wodka. Die Mafia kommt vorbei und nimmt Ihnen- wie viele es auch immer sein mögen- die Kühe ab.

Schweiz

Sie verfügen über 500 Kühe, von denen Ihnen aber keine einzige gehört. Sie betreuen die Kühe nur für andere. Wenn die Kühe Milch geben, erzählen Sie es niemand.


Anm: bevor sich einige wieder aus irgendeinem Grund aufregen, soll hier gesagt worden sein, dass dieser Text nicht von mir stammt.



Ku(h)ltur Teil II gibt es nächste Woche

Freitag, August 06, 2004

Aussen hui, innen pfui!

Heute wollen wir uns dem schönen Schein widmen. In manchen Fällen - hier vor allem in der Arbeitswelt - ist die beschönigende Hülle jedoch so dünn, dass die Wahrheit meistens ordentlich durchstinkt. Bei den Berufsbezeihnungen fallen mir gleich die Klassiker ein: Raumpflegerin, Office Assistance, etc.

Folgend besonders freche Irreführungen:

Rackjobber - hierbei handelt es sich um die ehrenvolle Aufgabe, stundenweise die Regale im Supermarkt wiederaufzufüllen.

Stewarding - eine tolle Bezeichnung, die Aufgaben sind natürlich weniger toll.

Marlboro Summer Jobbing - ein wahrhaftiges Füllhorn an böswilligen Irreführungen. Ich erinnere pars pro toto an "Fence-Building". Zu deutsch Zaun-Bauen und ich glaube, dass diese Aktivität in Utah nicht mehr Abenteuer verspricht, als in Bottrop oder Kaihude. (Andererseits hängt das wiederum davon ab, was unter Abenteuer zu verstehen ist. Ächz!)

Ich werde diese Liste auf dem Laufenden halten. Meinerseits lauert hier Unterhaltungpotential und lernen kann man auch was.

Montag, August 02, 2004

China oder der falsche Glaube

Da unser lieber Philippo bald nach China verschwindet, wollte ich mal hier zur Einstimmungen ein paar kluge Sprüche von „klugen Köpfen“ zum Reich der Tritte Mitte wiedergeben.

"Die singen alle aus dem gleichen Liederbuch: Innovation, Technologie, Flexibilität und Wachstum sind deren oberstes Ziel. Fragt bei uns 20 Politiker, hört man auch 20 Meinungen. Das macht eine Nation wie China Stark und eine wie uns schwach".
Ulrich Schumacher der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Infineon nach einem treffen mit chinesischen Politikern.

U. Schumacher war ja schon immer für seine überzogenen Kommentare bekannt. Da hat Uli aber einige Aspekte zu Menschenrechten, Meinungsfreiheit und Nachhaltigkeit einfach außer Acht gelassen. Das macht unsere Gesellschaft stark….
Nach seinen Kommentaren über China wurde er übrigens von der China Economic Quarterly für den "Barton und Rupert"-Preis nominiert, die verliehen wird „für Übertreibung, Inhaltsleere und rundheraus Falsches in Schriften oder Reden über China."

Und als Alt-Bundespräsident Walter Scheel in Peking war, fand er das Verkehrschaos,
„ganz wunderbar anzusehen“: Wie alle mit hoher Intelligenz und rasanter Geschwindigkeit bis auf einen halben Zentimeter an den nächsten heranfahren. Dann warten sie höflich, dass der erste vorbeigeht.“
Das China eines der höchsten Todesraten Weltweit auf seinen Straßen verzeichnet, wird hier schön kaschiert.


Diese Zitate und zwei interessante Berichte über China findet ihr in der Mai Ausgabe von Cicero: (1)Die chinesische Falle, S. 102 ff; (2) Im Reich der Tritte, S. 105.

Sehr gut auch, das deutsche Online-Magazin Xiucai für China interessierte zum Download.