Sonntag, Juli 24, 2005

Menschen in Berlin 1

Am Wochenende habe ich einen Typen bei Obi gesehen, der mir bewusst gemacht hat, dass es mindestens zwei verschiedenen Sorten Hipster gibt. Der eine ist der herkömmliche Normalo, der sich mit Hilfe einiger Zugehörigkeitssymbole modischer oder sonstiger Art vom Mainstream abgrenzen will.

Er ist der Besungene in "King vom Prenzlauer Berg".

Der andere wirkt ein bisschen gaga, soziophob und hat bestimmt einige Probleme. Gleichzeitig hat er es geschafft, wichtige Teile seines Lebens unter Kontrolle zu bringen. Intrinsisch oder extern motiviert stattet er sich mit ästhetischen Zitaten der Hipster-Welt aus - in diesem Fall einen ironischen Schnauzbart, schwarze Hornbrille und einen Hipster-branded Pullover mit Gehrock - und wirkt dabei sogar fast authentisch.

Freitag, Juli 22, 2005

Eine andere Baustelle

Wer sich dafür interessiert, wo ich noch schreibend tätig bin, kann sich hier umschauen.

Mittwoch, Juli 20, 2005

Mal wieder fällig: Der hochgeklappte Kragen

Nachdem meine eigene Umfrage auf unserem Blog (bereits länger her) eine vermutete Korrelation zwischen diesem modischen Statement und der Persönlichkeit bestätigt hat, hier eine detailliertere Typologie aus dem rührigen Yale Herald.

Weitere Archetypen mit hochgeklapptem Kragen: Trenchcoat, Elvis.

Dienstag, Juli 19, 2005

Könnten Sie nicht versuchen, einem Atheisten wie mir das Jenseits genauer zu beschreiben?

Ob Sie Atheist sind, wird sich noch zeigen. Mir hat mal ein Urologe erzählt, auf dem Sterbebett werden alle katholisch. Diese Erfahrung habe ich auch selbst gemacht, denn ich war während des Zivildienstes in einer Pfarrei beschäftigt. Da wurde der Pfarrer von sogenannten Atheisten schreiend ins Krankenhaus geholt, wenn der Tumor im Endstadium war. Ich glaube, ob man Atheist ist, kann man erst auf den letzten Metern sagen.

Aus einem Interview mit Harald Schmidt in der Weltwoche.

Mittwoch, Mai 18, 2005

Gefühlte Geographie

Gefühle Temperatur kennt man ja. Aber ich habe festgestellt, dass es bei der Geographie ähnlich ist. Nämlich: Wie schätzt ihr die Entfernung von Berlin nach Bayreuth ein? So sieben Stunden? Jedenfalls hätte ich das mal so gesagt, minimal. Aber tatsächlich sind es nur drei bis dreieinhalb.

Wie das kommt? Naja, Berlin ist ziemlich weit im Osten, denke ich mir. Fast in Polen. Das nächste signifikante ist vielleicht die Ostsee und die ist ja richtig weit von Bayern weg. Denkt man. Und Bayern, das ist ja auch fast schon Österreich. Selbst von Mannheim aus sind es ca. drei Stunden nach München. Und Mannheim ist schließlich auch schon Süddeutschland und München in Bayern.

Schlussendlich gibt es noch die emotionale Distanz zwischen Preussen und Bayern und voilà: Es sind bestimmt sieben Stunden. Stimmt aber nicht im geringsten. Es gibt anscheinend gefühlte Geographie. Jedenfalls bei mir in solchen Zweifelsfällen.

Mittwoch, April 27, 2005

ÖPNV

Gestern in Friedrichsstrasse: Froh, den Bus noch bekommen zu haben. Sich wundern, warum der nicht losfährt und einige Gäste aus der ersten Etage ihr Fahrentgeld zurückfordern. Mitbekommen, dass einige andere eine junge Dame beschimpfen, die ihren Eisbecher auslöffelt, ohne Anzeichen der Eile. Zum Schluss kommen, dass der Fahrer erst dann wieder fährt, wenn die Eisesserin den Bus verlassen hat / das Eis alle ist.

Sich schließlich wundern, 1. ob das nun "Berliner Kaltschnäuzigkeit" oder doch Provinizialität in der Großstadt ist und 2. warum man so schreibt, wie einer der Afri-Cola Max-Ophüls-Preis-PR-Mitarbeiter Prenzl-Berg Hipster das vielleicht tun würde.

Samstag, April 23, 2005

Herzlich willkommen in Berlin

Gestern war die Schlüsselübergabe meiner Wohnung in der Käthe-Niederkirchner-Str. 24 in Berlin. Davon abgesehen, dass ich noch keine Möbel habe, ist es natürlich klar, dass jeder willkommen ist.

Montag, April 18, 2005

Fernanwesenheit

Was mir in Nanjing sehr stark aufgefallen ist: Das Leben hat sich kommunikationstechnisch nicht sehr von dem in Mannheim unterschieden. Man hat sich zwar nicht oft gesehen, aber per skype, MSN, etc. ist es eigentlich vollkommen egal, wo man gerade ist. Dazu vom Trendbüro (siehe Trends):

"Medien ermöglichen Fernanwesenheit. Man kann zu Hause sein, ohne tatsächlich zu Hause zu sein. Über die Webcam, die permanent Bilder ins Netz speist, kann man seine Freunde zu sich ins Wohnzimmer einladen. Die elektronische Anwesenheit überbrückt die Phasen, in denen man sich nicht von Angesicht zu Angesicht treffen kann. Je mehr wir uns vernetzen, desto mehr wird Fernanwesenheit zum Lifestyle der Zukunft."

Das hat aber auch den negativen Effekt, das man vielleicht nicht ganz loslassen kann und sich weniger auf den gegenwärtigen Standort einlässt. Wäre ich vor 10 oder 20 Jahren nach China gegangen, hätte ich ein paar mal mit der Heimat telefoniert, das wahrscheinlich auch eher kurz, sowie Briefe geschrieben. Hätte ich die Abwesenheit dann anders erlebt? Möglicherweise schon.

Sonntag, April 17, 2005

polylux nochmal

Domi hatte ja schon mal auf diese Sendung hingewiesen. Ein interessantes Interview mit der Moderatorin Tita von Hardenberg findet man im auch so sehr lesenswerten Medien-Magazin DWDL.

"„Polylux“ ist also ein Hauptstadt-Magazin?

Ja, von Berlin geprägt. In Deutschland hat einfach keine andere Stadt so viele Szenen, die nebeneinander existieren und es so überraschend machen."

...na, da wollen wir mal sehen...

Freitag, April 15, 2005

Crawford, Texas? Sorry...

Davon abgesehen, dass Google Maps schon so ein tolles Spielzeug ist, ist die neue Satelliten-Funktion echt faszinierend. Alles kann man aber nicht so gut sehen. Beispielsweise wollte ich mir mal die Ranch von George W. Bush genauer anschauen. Das geht aber nicht, so große Auflösung wird in diesem Fall nicht geboten.

Ein schönes Projekt, was aus dieser Möglichkeit erwachsen ist, ist die Gruppe Memory Maps.

Montag, April 11, 2005

Ich bin ein Berliner

Jedenfalls bald, denn für alle, die es noch nicht wissen: Ab dem 1. Mai fange ich bei Berlecon als Analyst an...

Wer Tips zum Wohnen (oder sonstiges) hat, bitte melden.

Donnerstag, April 07, 2005

Non habemus papam

Für alle, die nicht nach Rom gefahren sind: flickr reicht auch und geht schneller...

Dienstag, April 05, 2005

Bye Bye?

Zufällig oder bewusst sind die Leitthemen der aktuellen Ausgaben von Neon und dem manager magazin ziemlich ähnlich. mm macht auf mit: "Junge Elite: Aus den Hochschulen drängt eine ernüchterte Generation. Warum viele ins Ausland flüchten wollen, zeigt die große mm-Umfrage" und will damit den Trend der "Generation Good Bye" ausmachen.

Neon geht in die ähnliche Richtung: "Tschüss Deutschland: Junge Auswanderer erzählen, wie glücklich sie in der Ferne sind."

Es ist ganz egal, ob die junge Elite recht hat, die Aussteiger oder diejenigen, die sich über eben die Gruppen beschweren. Wenn für die gesellschaftliche Entwicklung wichtige demographische Gruppen hier nicht mehr bleiben wollen, ist das ein Problem.

Mehr dazu bei McKinsey und SpON.

Samstag, März 26, 2005

Shirts in Berlin

Nochmal was für Leute, die in Berlin sind oder auf dem Weg dorthin: T-Shirts gibt´s bei:

Stefan Brandt
Wörther Str. 23
Prenzlauer Berg

Kosten sind um die 20 Euros.

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Die Aufdrucke sind kreativ und witzig, bleiben aber (meiner Meinung nach) diesseits der Hipster- und Hardcore-Profilneurotiker-Grenze.

Fettes Brot und Jamba

Von deren Webseite:

"So ist euch zum Beispiel nicht entgangen, daß es da so ekelhafte Jamba-Klingeltton-Werbung für Emanuela im Fernsehen gab. Dazu ist anzumerken, daß es von uns tatsächlich die Erlaubnis gab, den REAL-Tone, also die echte Musik als Klingelton anzubieten. Werbung mit dem Song war allerdings vertraglich ausdrücklich verboten. Ein Beweis mehr dafür, mit was für unseriösen Methoden die symphatische Firma Jamba ihr Tagesgeschäft bestreitet. Dumme Wichser. Da es ja unbestritten eine große Nachfrage nach derlei Handytönen gibt, fanden wir es okay, im besagten Umfang "Emanuela" für Interessierte zugänglich zu machen. Mittlerweile, denken wir, hätten wir es lieber gleich ganz lassen sollen. Sämliche mono- und polyphonen Klingeltöne die von windigen Geschäftemachern verkauft werden sind übrigens ohne unsere Erlaubnis auf dem Markt.

Auf der ersten Edition von "Am Wasser gebaut" ist dann nochmal "Emanuela" in jeglicher Form für Euer Mobiltelefon drauf, for freeeee. Soviel dazu, blödes Thema. Aber wo viel Licht ist u.s.w."

Freitag, März 25, 2005

Kubrick-Austellungs-Kurzrezension

Wer vor dem 18. April des Jahres in Berlin ist, darf getrost meiner Empfehlung folgen, die Stanley-Kubrick-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zu besuchen.

Warum sie besuchenswert ist? Nun, vor allem liegt das natürlich an den Filmen, die Kubrick gedreht hat. Wären sie schlecht, wäre die Ausstellung auch schlecht. Aber nur deren Güte macht die Ausstellung noch nicht aus.

Vielmehr sind es der Aufbau und die Austellungsstücke. Jeder Raum ist einem der Filme gewidmet. Ein großer Screen zeigt Best-of-Ausschnitte. Dies wird ergänzt durch Original-Requisiten, wie beipielsweise dem schwarzen Umhang, den Tom Cruise in "Eyes Wide Shut" trägt. Darüberhinaus werden briefliche Korrespondenzen zwischen Kubrick und anderen Künstlern wie Kirk Douglas oder christlichen Interessengruppen bezüglich der Kontroverse um "Lolita" gezeigt.

Was für mich jedoch die Ausstellung vor allem sehenswert macht, ist die Präsentation der Entstehungsgeschichte von Filmen als industrieller Produktionsprozess mit Materiallisten, Recherchematerial, Drehplänen, etc. Auch die Produktionsmittel werden vorgeführt. So gibt es ein aufwendig aufgebautes Panorama, das zeigt, wie einige Szenen in "2001", die vermeindlich in der Wüste spielen, gedreht wurden.

Schließlich gibt es noch allgemein interessante Stücke, wie einen Goldenen Löwen oder Oscar. Bekommt man ja nicht alle Tage zu sehen.

Die Ausstellung ist sehr sorgfältig zusammengestellt, indem sie sich auf Bedeutsames konzentriert und gleichzeitig den Eindruck der Vollständigkeit erweckt. Lohnt sich also sehr!

Mittwoch, März 16, 2005

Nettes Safari-Feature

Wenn man in einem Text ein Wort markiert und darauf ctrl-klickt, kann man direkt in dem Tab als Option einen google-search nach dem Wort durchführen. Habe ich gerade per Zufall entdeckt...

Montag, März 14, 2005

Wulff vs. Kennedy

Es ist klar (Achtung Gemeinplatz), dass auf Grund der demographischen und ökonomischen Gegebenheiten in Deutschland Reformen sehr fällig sind. Und warum klappt das nicht? Weil es keine Vision gibt, die den Arbeiter auf dem Weg zur Schicht genau so motiviert wie die wirtschaftliche, politische und wissenschaftliche Elite.

Gibt es eine solche Vision, kommen Reformen als Folge davon. Einer meiner Lieblingsbilder: Einer nimmt ein Blatt Papier, zerknüllt es und faltet es wieder auseinander. Dann sieht man all die Adern, Falten, Risse, Linien. Er gibt sie einem anderen und stellt ihm die Aufgabe, diese Struktur mit einem anderen Papier zu wiederholen. Geht das? Kaum. Er kann sicher versuchen, das Blatt, die Linien, etc. zu analyieren. Aber schließlich ist die Struktur zu komplex.

Derjenige, der das Blatt nimmt und es zerknüllt, handelt intuitiv und schafft eine komplexe Struktur. Und anstatt wir ein neues Blatt nehmen und es formen, versuchen wir, an dem alten Blatt Linien zu begradigen oder es nachzumachen.

Wie merkt man das? Beispielsweise durch den Vergleich zweier Reden. Auf die eine (pdf) hat mich mein Onkel H* hingewiesen und sie bietet zweifelos gute Ansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels. Sie wurde 2003 von Christian Wulff vor dem Bund katholischer Unternehmer in Osnabrück gehalten.

Die andere ist von John F. Kennedy, der sie 1962 an der Rice University in Houston gehalten hat. Dort beschreibt er, wie das Land die gemeinsame Anstrengung unternehmen sollte, zum Mond zu fliegen. Und das hat das Land und seine Menschen motiviert. Noch heute profitiert Ökonomie und Wissenschaft von den Erkenntnissen, die damals gesammelt wurden.

Der unter großer Arbeitsteilung und Abstrahierung der Arbeit leidende Angestellte war nun eingebunden in einen großen Plan. Die gesellschaftlichen Bereiche und Wissenschaften trugen alle zu dem Plan bei. Er machte stolz.

Brauchen wir nicht auch so ein Ziel, eine Vision? Was könnte diese sein? Bemannt auf den Mars zu fliegen? Wenn es Macht und Effizienz der amerikanischen Wirtschaft ermöglicht haben, Menschen zum Mond zu schicken, dann reicht Macht und Effizienz der globalen Wirtschaft möglicherweise, Menschen zu anderen Planeten zu senden.

We choose to go to the moon. We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not only because they are easy, but because they are hard, because that goal will serve to organize and measure the best of our energies and skills, because that challenge is one that we are willing to accept, one we are unwilling to postpone, and one which we intend to win, and the others, too.

Mittwoch, März 09, 2005

Time is on my side?

Neben nicht eingelösten Bonusmeilen der Vielfliegerprogramme ist Zeit eine der wichtigsten Währungen und eine Ressource, die immer knapper wird. (?)

Eine interessante Studie kommt dazu aus dem Hause J. Walter Thompson (jetzt: JWT).

"Time perceptions differ between countries and cultures. Two weeks away from work may seem like too much time for go-getter Americans, while in Continental Europe, two weeks counts as just half a summer vacation for many people."

Samstag, März 05, 2005

My Other Shirt Has Its Collar Up

Gerade habe ich dieses T-Shirt entdeckt, das ich mir eigentlich mal bestellen sollte:

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Description: Let's say you're coming from a squash game and all of your polo shirts are at home. Why run the risk of having the undesirables inside mistake you for some nouveau-riche trash? With this shirt on, they'll never forget your great great great grandparents came over on the Mayflower. And, most importantly, that you're a better person than they'll ever be.