Phillipp hat mit seinem Beitrag nicht Unrecht. Wie er schon kurz darauf hingewiesen hat, war ein großes deutsches Unternehmen über einen Blog Beitrag von mir „not amused“. Was sie dann auch gegenüber mir zum Ausdruck brachten.
In Zeiten des Internets und die daraus entstehenden neuen Möglichkeiten, soziale Netzwerke zu knüpfen, müssen sich Unternehmen eines bewusst sein: jegliche Handlungen ihrerseits werden in der Zukunft noch viel stärker durch Konsumenten und andere Stakeholder beobachtet und kommentiert werden. Negative bzw. positive Erfahrungen dieser Gruppe verbreiten sich gegebenenfalls wie ein Lauffeuer im Netz und können das Unternehmensimage nachhaltig beeinflussen. (siehe auch Jamba-Beispiel)
Hierin bestehen aber auch Chancen für Unternehmen: Sie können durch Virales Marketing kosteneffizient auf ihre Produkte sowie Dienstleistungen aufmerksam machen und besondere Aspekte in der Kommunikation stärker als durch klassische Medien hervorheben. Zudem entstehen neue Möglichkeit der Kommunikation mit vermeintlich anonymen Kunden und Lead User. Darüber hinaus wird das Unternehms- bzw. Produktimage aufgrund von Weblogs zum ersten Mal für die Unternehmen leichter zugänglich. Mussten Unternehmen früher aufwendige und kostenintensive Imagestudien durchführen, um überhaupt mitzubekommen, wie Sie im Herzen der Stakeholder positioniert sind, könnte heute schon ein Blick in die Blogsphäre reichen.
Viele Unternehmen haben das noch nicht verstanden. Auch dieses große deutsche Unternehmen nicht, bei dem ich mich beworben hatte. Viel mehr hat man sich darüber aufgeregt, dass ich über Fakten berichtet habe und irgendwelche Leute diese auch noch auf eine „polemische Art und Weise“ kommentiert haben. Dies, obwohl die Kommentare selber von erfahrenen Managern stammten.
Unternehmen durchdenken nur selten ihre Handlungen im Hinblick auf die davon auszugehenden Botschaften an die Öffentlichkeit. Wenn man beispielsweise einem Uni-Absolventen ein drittklassiges Job-Angebot weit unter dem normalen Absolventen-Tarif macht, dann sollte man wenigstens dazu stehen und über Implikationen, die sich für das Image eines Unternehmens (als Arbeitgeber) ergeben könnten, bewusst sein.
Hätte eine reine offline bzw. nicht offene online Kommunikation (z. B. Email oder IM) was an dem Image des Unternehmens was geändert? Nein! Sie wäre nur für das Unternehmen für immer verborgen geblieben.
Da ich den Beitrag über meine Erlebnisse bei diesem großem deutschen Unternehmen nicht mit der Absicht geschrieben hatte, um den Jungs einen auszuwischen, habe ich mich freiwillig dazu bereit erklärt, den Beitrag von unserem Blog zu nehmen. Der Beitrag ist jetzt nicht mehr auf unserer Seite auffindbar. Aber es gibt ja noch den Google-Cache und andere Blogger, die über diesen Beitrag berichtet haben. An solche Aspekte denken die Unternehmen heutzutage auch nicht…
Montag, Februar 28, 2005
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen