In den letzten drei Tagen konnte man in der Blogsphäre beobachten was für Einfluss Blogs -als meinungsbildendes Medium- auf die Unternehmenskommunikation haben - und wie gefährlich das für Unternehmen werden kann, wenn sie damit nicht umgehen können.
Am Sonntag erschien bei
Spreeblick ein lesenswerter Beitrag zu den Geschäftspraktiken beim derzeit erfolgreichsten Taschengeldabzocker Jamba. Nicht einmal 3 Tage später war der Artikel unbestritten Thema Nummer 1 in der deutschen Blogsphäre. Und Jamba sieht dabei gar nicht gut aus!
Zeit für das Unternehmen zu reagieren, denkt man sich bei Jamba. Warum aber eine offizielle Stellungnahme abgeben? Jamba Mitarbeiter stürzen sich Undercover auf die Blogs und posten Kommentare wie:
Wer zu blöd ist, sich AGBs durchzulesen und das gesprochene Wort MONATS ABO nicht versteht, ist es selber schuld und sollte eigentlich auch gar kein Handy haben dürfen.
oder:
Meinem Sohn ist das letztens auch passiert mit den Klingeltönen. Und schwupps hatte er ein Monatspaket. Tja, das haben wir gekündigt und damit ist die Sache erledigt. Er muss seine eigenen Erfahrungen machen um im Leben weiterzukommen; er hat draus gelernt und fragt mich jetzt immer bevor er bestellt ob er darf.
Lieder wussten die Jamba-Mitarbeiter nicht, dass bei jedem Kommentar immer die IP-Adresse mit gesendet wird. Alle Kommentare die von Jamba-Mitarbeitern gepostet worden sind konnte man im Nachhinein leicht als solche identifizieren
Was die Story für Unternehmen sehr schön gezeigt hat, ist dass Weblogs ein immer wichtigeren Faktor bei PR, Propaganda und Gegenproganda darstellen.
Die Marketing- und PR-Strategien vieler Unternehmen basieren immer noch auf der Annahme einer gewissen Wehrlosigkeit der Konsumenten. Sie gehen davon aus, dass jede - auch noch so hirnrissige - PR-Maßnahme und haltlose Behauptung letztendlich "wirkt", weil es keine Kommunikation "dagegen" gibt. Die Konsumenten erfahren deshalb nur die Ansichten und Behauptungen des Unternehmens. Gegner haben selten das Geld und die kommunikative Macht, ihren Ansichten Gehör zu verschaffen.
Von dieser bequemen Situation werden sich das Marketing langsam verabschieden müssen.
Blogs stellten ein sehr kostengünstiges und nahezu jedem zugängliches Medium dar. Se ermöglichen jeden seine Ansichten (und Fakten dazu) zu veröffentlichen. Blogs sind zwar zunächst nicht so sichtbar, wie eine groß angelegte Werbekampagne. Stattdessen können sie sich aber über den Schneeball-Effekt rasend schnell multiplizieren und so eine hohe "dezentrale Sichtbarkeit" bekommen. Zudem haben Welogs sie eine hohe Glaubwürdigkeit und Authentizität weil sie persönlicher sind.
Hier und
hier noch einige lesenswerte Links zu dieser Geschichte