Dienstag, Mai 04, 2004

Amiro an der Uni Teheran!

Heute besuchte ich die Universität Teheran aufgrund einer Einlandung eines Dozenten für Betriebswirtschaftslehre und Berater des Rektors für die "Angelegenheiten im deutschen Sprachraum". Dabei sollte ich kurz meine Diplomarbeit vorstellen und mich an einem Case- Study über den iranischen Automobilmarkt beteiligen.

Die BWL Fakultät der Staatlichen Universität Teheran ist die Beste des Landes.
Ich war natürlich sehr gespannt was mich dort erwartet. Zuerst ist mir der sehr hohe Frauenanteil an der Fakultät aufgefallen. Über 60% der BWL Studenten an dieser Fakultät sind weiblich. Dies erklärt vielleicht warum der iranische Manager eigentlich nicht gut ausgebildet ist. Nicht weil die Frauen keine guten Manager sein können; nein!! Viele iranische Frauen setzen das gelernte an der Universität nicht konsequent fort, d.h. sie steigen nicht in den Arbeitsmarkt ein. Für die iranische Frau sind noch andere Werte wichtig, so das die Karriere nicht die höchste Priorität hat. Das Studium dient für viele Frauen meistens nur dazu, ihre „Marktwert“ auf dem Heiratsmarkt zu steigern.

Im dem Vordiplomkurs an der ich meine Diplomarbeit vorstellte gab es ca. 12 Frauen und nur zwei Männer. Es handelt sich dabei um ein Wahlfach, deswegen auch die geringe Anzahl der Studenten. Mir wurde aber gesagt, dass die Klassenstärke meistens nie über 30 Studenten pro Dozenten liege. Zumindest sind sie in diesem Fall den Deutschen einen Schritt voraus.
Leider hatte ich Dummerchen die Digitalkamera von Shaida zu Hause vergessen, sonst hätte ich euch ein paar Fotos präsentiert. Aber ich gehe noch mal hin….(allein schon wegen den Frauen ;) )

Danach begleitete ich noch den Dozenten noch zum Entrepreneur Institut der Universität.
Dort sollte ich vor dem Arbeitkreis dieses Institutes meine Meinung über den ersten "deutsch-iranischen Sommer School Projekt" abgeben. Da ich als Deutsch-Iraner eine Hauptzielgruppe davon bin. Das Projekt befindet sich noch zur Zeit in der Aufbauphase. Geplant sind: 3 Wochen Summer School im Iran mit iranischen und deutschen Studenten im Rahmen des interkulturellen Managements. Das war wirklich sehr interessant und meine Anregungen wurden von dem Arbeitskreis gut aufgenommen; sogar so gut, dass sie mich gebeten haben neben meiner Tätigkeit bei der Handelskammer als externer Projektberater dem Institut bei diesem Projekt zur Rat und Tat zur Verfügung stehen soll.
Obwohl ich Arbeitstechnisch eigentlich gut ausgelastet bin konnte ich diesen Vorschlag nicht abschlagen.

Sowohl der kleine Vortrag an der Universität als auch der Gedankenaustausch im Entrepreneur Institut haben mich sprachlich sehr stark überfordert. Gott sei dank konnte der Dozent den ich begleitet sehr Gut Deutsch, so dass er ab und an mir bei meinen Sprachlichen Problemen aushalf.